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17.06.2020Main-Kinzig-Kreis: Monatsmeldung Mai - Keine Trendwende bei SGB-II-Neuanträgen

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Alarmsignale sind überdeutlich – 150 Prozent mehr Hartz-IV-Neuanträge – Zahl der Arbeitslosen steigt erheblich


„Wir merken die Auswirkungen der Corona-bedingten wirtschaftlichen Krise weiter sehr deutlich im Main-Kinzig-Kreis", konstatiert Michael Krumbe, Vorstandsvorsitzender des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA). Vor allem wenn man den Zeitraum von April und Mai 2020 mit dem Vorjahreszeitraum vergleiche, würden die Folgen von Corona spürbar. „Die Zahl der Neuanträge auf Hartz-IV-Leistungen ist von unter 900 auf knapp 2.200 gewachsen – das entspricht einer Steigerung von rund 150 Prozent", so Krumbe. Nicht alle Kommunen im Kreisgebiet seien hiervon im gleichen Ausmaß betroffen. Hanau liege mit einem Anstieg der SGB-II-Neuanträge von knapp 160 Prozent weitestgehend im Durchschnitt. Besondere Ausreißer stellten unter anderem Freigericht, Hasselroth und Linsengericht mit Anstiegen von deutlich über 300 Prozent dar. Auch andere Kommunen wie Bruchköbel, Niederdorfelden, Rodenbach sowie Langenselbold schlügen ungewöhnlich deutlich ins Kontor. Krumbe ordnet die Daten ein: „Diese Werte sind sehr auffällig und beunruhigend! Wir werden deren Entwicklung langfristig genau beobachten." Man könne die Tragweite von Corona auch an anderen Indikatoren ablesen. „Vor dem Lock-down haben im Main-Kinzig-Kreis rund 24.400 Menschen Leistungen vom KCA bezogen, mittlerweile sind es knapp 27.300 – also fast 3.000 Personen mehr". Einen solchen Anstieg habe das Kommunale Jobcenter seit dem erhöhten Aufkommen von Arbeitsuchenden mit Fluchthintergrund in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 nicht mehr verzeichnet.

Zahl der Arbeitslosen im SGB II steigt auf über 7.000

Die weltweite Corona-Krise treffe das KCA in einer Phase des Aufschwungs. In dieser Einschätzung sind sich Susanne Simmler, Verwaltungsratsvorsitzende des KCA-Jobcenters, und Michael Krumbe einig. „Noch im Dezember 2019 war es uns gelungen, die Zahl der Arbeitslosen im SGB II unter die markante Grenze von 6.000 zu senken. Unsere aktuellen Daten weisen leider im Mai 2020 einen Anstieg auf über 7.000 Arbeitslose aus", analysiert Krumbe. „Das ist ein empfindlicher Dämpfer für uns, denn wir waren auf einem sehr guten Weg, Langzeitarbeitslosigkeit im MKK zu reduzieren, benachteiligten Zielgruppen neue Chancen zu eröffnen sowie einen Beitrag zur Verringerung des Fachkräftemangels in unterschiedlichen Branchen zu leisten", bringt es Sozialdezernentin Simmler auf den Punkt.

Simmler kündigt Arbeitsmarkt- und Ausbildungsgipfel an

Vor allem der Blick auf den Start des Ausbildungsjahres 2020 bereitet Simmler Sorgen: „Wir müssen mit vereinten Kräften verhindern, dass Unternehmen jetzt aus Vorsicht die Zahl der Ausbildungsplätze reduzieren. Es wäre das völlig falsche Signal für die Zukunft und hätte gravierende Langzeitfolgen, sowohl für die aktuellen Schulabgänger, als auch für unsere heimische Wirtschaft, die ohnehin vom Fachkräftemangel gebeutelt ist." Sie könne natürlich die Bedenken und Sorgen vieler Arbeitgeber in der gegenwärtigen Lage nachvollziehen. Um für mehr Sicherheit und Planbarkeit zu sorgen, wird Susanne Simmler für Juli zu einem Arbeitsmarkt- und Ausbildungsgipfel im Main-Kinzig-Kreis einladen. Sie beabsichtigt, Akteure aus der Wirtschaft, von Kammern und Verbänden sowie Fachleute des KCA und der Agentur für Arbeit an einen Tisch zu bringen. „Wir wollen zum einen ein klares politisches Signal aussenden, dass wir unseren heimischen Ausbildungsbetrieben dauerhaft den Rücken stärken und zum anderen konkrete Maßnahmen sowie Informations- und Unterstützungsangebote auf den Weg bringen."

KCA reaktiviert Maßnahme-Angebot im Juni

In enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der ebenfalls kreiseigenen Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (aQa) wird das KCA-Jobcenter im Laufe des Juni 2020 sein Angebot an Maßnahmen, Qualifizierungen und Fortbildungen schrittweise wieder hochfahren. „Dabei genießt der Gesundheitsschutz aller Beteiligten natürlich die höchste Priorität", stellt Krumbe klar. Es gelte daher sehr sorgfältig zu prüfen, wie sich die weitreichenden Hygiene-Bestimmungen in den einzelnen Maßnahmen umsetzen ließen. „Für vieles gibt es in dieser Situation keine Blaupause – das Jobcenter und seine Maßnahme-Träger stehen hier vor ähnlichen Herausforderungen, wie aktuell Schulen und Kindergärten", erläutert Simmler. Mit dem gebotenen Augenmaß werde es aber gelingen, wichtige Entwicklungs-Angebote für Arbeitsuchende wieder aufzunehmen, ohne dabei Kompromisse hinsichtlich der Sicherheit einzugehen. „In einem Monat werden wir ein erstes Fazit ziehen und, wo notwendig, konzeptionell nachjustieren", stellt der KCA-Vorstandsvorsitzende in Aussicht. Man habe sehr gute Erfahrungen in den letzten Wochen damit gesammelt, Anliegen per E-Mail oder telefonisch zu klären. Weiterhin sei es grundsätzlich möglich, an den vier regionalen Standorten des Kommunalen Jobcenters in Maintal, Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern persönlich vorzusprechen, aber nur nach vorheriger Terminbestätigung, so Krumbe, der für detaillierte Informationen auf die Webseite des KCA verweist.


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