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Schwarz auf Weiß

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15.10.2018Main-Kinzig-Kreis: KCA-Jobcenter ebnet Weg zum Wirtschaftsinformatiker

Rehabilitant steht wieder fest auf eigenen Beinen

Frau Hant (KCA) und Herr Steinert im Gespräch

Positive Unruhe ergreift Marc Steinert, wenn er von seinem beruflichen Werdegang und seinen Job-Plänen berichtet. Mit einem druckfrischen Zeugnis als staatlich anerkannter Wirtschaftsinformatiker stehen dem Hanauer viele Türen offen. Das war nicht immer so: Als der heute 39-jährige die Schule mit dem Fachabitur für Wirtschaftsinformatik abschloss, begann für ihn eine lange Phase, in der er in vielerlei Hinsicht nicht dauerhaft Fuß fassen konnte. Von Geburt an beeinträchtigt ihn eine Störung seines Bewegungsapparates. Über die Jahre musste er sich zahlreichen Operationen an den Knien und an den Füßen unterziehen. Die eingeschränkte Mobilität und die ständigen Schmerzen erschwerten es ihm, ein vitales Sozialleben aufzubauen und trugen dazu bei, dass er sich privat wie beruflich zurückzog. „Ich habe bis 30 gebraucht, um wirklich den Ernst des Lebens zu begreifen, um zu kapieren, dass ich ohne ein solides Fundament immer auf der Stelle treten werde“, so Steinert. Als zwischenzeitlicher Langzeitarbeitsloser bezog er Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) vom Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA). Aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen war er ein Fall für die KCA-Beraterin Elke Hant von der dortigen Fachstelle Berufliche Teilhabe. Sie half ihm, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu beantragen und organisierte über den Reha-Träger eine Eignungsprüfung für eine Umschulung. Da er immer sehr IT-affin war und bereits als Schüler erfolgreich an Software programmierte, empfahl man ihm die Qualifizierung zum staatlich geprüften Wirtschaftsinformatiker. Dazu ging er für zwei Jahre nach Heidelberg, um seinen Abschluss an der dortigen SRH (Stiftung Rehabilitation Heidelberg, Fachschule für Angewandte Informatik) abzulegen. „Am Anfang war es für mich schon eine Umstellung, mit Ende dreißig in ein Wohnheim zu ziehen und mich auf das Campus-Leben einzulassen“, berichtet er. Dank eines sehr guten Zusammenhalts in der Klasse und der ständigen Begleitung seiner Ansprechpartner beim KCA habe sich das aber rasch gelegt und er fühlte sich sehr wohl in der Stadt am Neckar. Das zeigt sich auch an seinem hervorragenden Notendurchschnitt von 1,3. Die kostspielige Ausbildung war möglich, weil das KCA die dazu erforderlichen Bundesmittel akquirieren konnte. Im Anschluss absolvierte Steinert ein sechsmonatiges Praktikum bei einer Firma für Software-Entwicklung in Süddeutschland. Dort unterbreitete man ihm sofort ein Stellenangebot. Am 1. Oktober 2018 startete er dort in sein neues Arbeitsleben.

„Arbeitsuchende mit gravierenden gesundheitlichen Einschränkungen haben es auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor nicht leicht“, weiß Susanne Simmler, Verwaltungsratsvorsitzende des KCA. „Als Jobcenter sind wir bei diesen Menschen besonders gefordert, um ihnen eine berufliche Perspektive zu erschließen. Das bedeutet auch, dass wir uns als Gesellschaft nicht davor scheuen sollten, Geld in die Hand zu nehmen. Wenn am Ende ein selbstbestimmtes Leben in einer leidensgerechten Tätigkeit steht, hat sich diese Investition gelohnt“, resümiert die Vizelandrätin. Eine solche rosige Zukunft bietet sich nun Marc Steinert. Daheim sitzen, das kann und will er jetzt nicht mehr – daran hindert ihn seine positive Unruhe.



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