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Schwarz auf Weiß

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07.09.2018Kreis Groß-Gerau: Wenn die Angehörigen Pflege brauchen

Jobcenter tritt Pflege-Charta bei

Jobcenter-Vorstand Robert Hoffmann (rechts) nahm die Charta-Urkunde aus den Händen von Dr. Wolfgang Dippel, Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium, entgegen.  Foto: Katrin Denkewitz

„Wie können berufliche Verpflichtungen und familiäre Verantwortung miteinander in Einklang gebracht werden?“ Diese grundsätzliche Frage stellt sich in Hinblick auf die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger mit besonderer Brisanz, denn zunehmend sehen sich auch Berufstätige vor die Herausforderung gestellt, den Anforderungen und Aufgaben in Beruf und Pflege gleichermaßen gerecht werden zu müssen.

Laut aktueller Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes werden in Hessen 76,3 Prozent der Pflegebedürftigen zuhause versorgt; nicht selten gehen Pflegende dabei zugleich einer Berufstätigkeit nach. „Wir möchten die Beschäftigten unseres Hauses in dieser oftmals schwierigen Situation mit konkreten Angeboten unterstützen“, sagt Robert Hoffmann, Vorstand des Kommunalen Jobcenters Kreis Groß-Gerau, das als Arbeitgeber die ‚Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Hessen‘ unterzeichnet hat und sich ausdrücklich zu einer pflegesensiblen Personalpolitik bekennt.

Flexible Arbeitszeiten, Home-Office-Angebote und die Möglichkeit einer befristeten Arbeitszeitreduzierung können die Beschäftigten des Kommunalen Jobcenters im Rahmen betrieblicher Regelungen schon jetzt wahrnehmen. Auch die Palette gesundheitsfördernder Angebote kann helfen, den täglichen Kraftakt dieser Belastung zu bewältigen. „Genauso wichtig ist es aber, dass pflegende Mitarbeitende mit Fragen und Anliegen zum Thema Pflege einen feste Ansprechperson und kompetente Beratung bei uns als ihrem Arbeitgeber finden können“, führt Hoffmann weiter aus.

„Hier haben wir durch die hessische Initiative ‚Beruf und Pflege vereinbaren‘ maßgebliche Unterstützung erhalten, denn sie qualifizierte eine Mitarbeiterin des Kommunalen Jobcenters zum Pflege-Guide.“ Fortan wird Sonja Hauf in dieser Funktion den Kolleginnen und Kollegen zur Seite stehen. Sie informiert über gesetzliche Grundlagen, regionale Hilfsangebote sowie betriebliche Regelungen zur Pflegesituation.

Die hessische Initiative, in der sich Politik und Wirtschaft mit ihrer ‚Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege‘ zusammenschlossen, hat es sich zum Ziel gesetzt, für das Thema Pflege zu sensibilisieren und Lösungen für eine familiengerechte Arbeitsorganisation zu finden, die pflegenden Beschäftigten und Arbeitgebern gleichermaßen gerecht wird. Sie unterstützt Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen zum Beispiel mit Fach- und Netzwerkveranstaltungen, der Schulung betrieblicher Pflege-Guides und einem Webportal. Seit Gründung 2013 haben sich der Charta 213 hessische Arbeitgeber angeschlossen – darunter auch der Kreis Groß-Gerau.


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