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Schwarz auf Weiß

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20.01.2014Main-Kinzig-Kreis: Gutes Beispiel für Berufliche Teilhabe Werbetechnik Listing fördert gehörbeeinträchtigte Mitarbeiterin

Das Kommunale Center für Arbeit (KCA) kümmert sich im Auftrag des Main-Kinzig-Kreises um Langzeitarbeitslose und erbringt Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch. Hinter dieser abstrakten Formulierung verbergen sich Männer und Frauen, die an dieser Stelle einen kleinen Einblick in ihre Lebensgeschichte erlauben:

Foto (v. l. n. r.): Susanne Hofacker, KCA-Arbeitsvermittler Norman Franz und André Listing

Wer durch die Betriebsräume der Firma Werbetechnik Listing wandelt, bekommt zwangsläufig Durst: Überall prangen Werbeschilder großer deutscher Brauereien und laden zu einem kühlen Gerstensaft ein. Das Traditionsunternehmen fertigt seit 1962 Schilder und Lichtreklamen. Inhaber André Listing ist stolz darauf, dass er sein Handwerk noch von der Pike auf gelernt hat: Metallverarbeitung, Elektrik oder Grafik-Design – das Berufsbild ist facettenreich. Sein Vater erhielt vor kurzem sogar den goldenen Meisterbrief aus der Hand des hessischen Handwerkskammerpräsidenten. Mit Skepsis blicken beide auf die vielen Quereinsteiger in ihrem Gewerbe. „Sobald es echte Fachkenntnis erfordert – etwa bei Neonanlagen, Materialauswahl oder Bauanträgen – helfen Fachleute wie wir“, meint Listing junior, zu dessen Kunden unter anderem die Radeberger-Gruppe mit Marken wie Binding, Henninger, Jever oder Schöfferhofer zählt. Als Listing eine Bürokraft suchte, wandte er sich an Norman Franz, Arbeitsvermittler beim Kommunalen Center für Arbeit (KCA). Franz hatte ihm bereits einen Mitarbeiter vermittelt und schlug ihm diesmal Susanne Hofacker vor. Die zweifache, alleinerziehende Mutter aus Wächtersbach war arbeitslos geworden und nahm an der KCA-Werkakademie 3W in Gelnhausen teil, wo sie lernte, intensiv nach passenden Stellen zu suchen und ihre Bewerbungsunterlagen zu optimieren. Susanne Hofackers Behinderung ist eine erhebliche Einschränkung des Gehörs von Geburt an. Das war für Listing kein Hindernis, obwohl die Bürotätigkeit auch mit viel telefonieren verbunden ist: „Nicht nur die Nachteile sehen! Ich lege doch keinem Steine in den Weg, die eigentlich keine Steine sind“, so der Werbetechniker. Über diese Einstellung freut sich Franz: „Herr Listing war gegenüber der Behinderung von Frau Hofacker sehr aufgeschlossen – solche Arbeitgeber sind wirklich selten!“ Die 47jährige hat sich nach einem halben Jahr gut eingelebt: „Bei unseren vielseitigen Projekten fehlt mir zwar noch die Routine, aber die Arbeit gefällt mir gut und mein Chef nimmt viel Rücksicht auf mich.“

„Im Fall von Frau Hofacker konnten wir den Arbeitgeber über unsere Fachstelle Berufliche Teilhabe unterstützen und ihn über die verschiedenen Fördermöglichkeiten beraten“, erläutert KCA-Vorstand Michael Krumbe. „Schwerbehinderte oder gesundheitlich eingeschränkte Menschen zu fördern, ist für uns als Jobcenter ein zentraler gesetzlicher Auftrag.“ Die spezialisierte Fachstelle betreut seit 2013 von Hanau aus den gesamten Main-Kinzig-Kreis.


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