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24.09.2013Landkreis Marburg-Biedenkopf: Ranghohe indische Delegation besucht KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf

Informationsreise zur Organisation und Vorgehensweise bei Langzeitarbeitslosigkeit


Marburg-Biedenkopf – Auf Initiative der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) haben Vertreterinnen und Vertreter des indischen Bundesministeriums für Arbeit und Beschäftigung und des südindischen Bundesstaates Karnataka das KreisJobCenter (KJC) Marburg-Biedenkopf besucht. Im Rahmen der einwöchigen Reise durch Deutschland informierte sich die Delegation bei zwei Jobcentern über die regionalen und organisatorischen Unterschiede bei der Betreuung langzeitarbeitsloser Menschen. Auf Empfehlung des Deutschen Landkreistages hat sich dabei sich das KJC Marburg-Biedenkopf den Gästen aus Indien als Beispiel für die Arbeit in Optionskommunen präsentiert.

Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern begrüßte die indische Delegation, die von zwei Programmdirektoren der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit begleitet wurde. Dr. Rolf Schmachtenberg, vormals Ministerialdirigent im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, lebt nun in Neu-Dehli und unterstützt dort als Berater ein Projekt zur Reorganisation der Sozialen Sicherungssysteme vor Ort. Auch Hans-Christoph Ammon, General a.D. der Bundeswehr und nunmehr zuständiger Programmdirektor für die Region Karnataka, begleitete die Delegation.

„Wir freuen uns über den hochrangigen Besuch und die Möglichkeit unsere Arbeitsweise auch internationalen Gästen erläutern zu dürfen“, so Dr. Karsten McGovern. Die Auswahl des KJC Marburg-Biedenkopf als Beispiel für die Arbeit von Optionskommunen sei auch eine Anerkennung und Wertschätzung der sehr guten Arbeit, die durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KJC geleistet werde, betonte Dr. McGovern.

Während des zweitägigen Besuchs informierte Andrea Martin (Fachbereichsleiterin KJC) sowohl über die Entstehungsgeschichte des KreisJobCenters, die Reform der Arbeitsverwaltung im Rahmen der Agenda 2010 und auch über die täglichen Anforderungen im integrierten Fallmanagement. Damit die gewünschten fachlichen Informationen für die Gäste auch nachvollziehbar und lebendig wurden, erläuterten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den jeweiligen Fachdiensten den Weg eines Neuantragstellers für Arbeitslosengeld II vom Servicebereich, über die Erstberatung, die Jobakademie, das integrierte Fallmanagement und den Arbeitgeberpersonalservice. Anhand anonymisierter Kundenbeispiele konnte die Vorgehensweise und Unterstützung durch das KreisJobCenter plastisch veranschaulicht werden.

Um in der Kürze der Zeit auch die außerhalb des KJC liegenden Projekte der Jobakademie und Aufbruch darzustellen, hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kurze Filmsequenzen erstellt und ihre Arbeit in Englisch erläutert. Anders als in Deutschland gehen in Indien rund 60 Prozent einer selbständigen Erwerbstätigkeit nach. Daher war auch der Umgang mit Selbständigen im sozialen Sicherungssystem in Deutschland von großem Interesse.


Stichwort/Hintergrund KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf:

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist seit 2005 Optionskommune und betreut mit dem KreisJobCenter (KJC) aktuell rund 3.200 Langzeitarbeitslose. Das Ziel: Diese Menschen zu fördern, weiter zu qualifizieren und wieder in Arbeit zu vermitteln. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Vermittlungsquote von rund 32 Prozent zählt der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit seinem KreisJobCenter zu den erfolgreichsten Optionskommunen in Hessen. Von den im Landkreis als arbeitslos geltenden Menschen werden durchschnittlich 40 Prozent durch die zuständige Agentur für Arbeit in Marburg und 60 Prozent durch das Kreisjobcenter des Landkreises betreut. Weitere Informationen zum KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf im Internet unter Kreisjobcenter.Marburg-Biedenkopf.de.


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