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25.08.2009Main-Taunus-Kreis: "Lernmittelfreiheit mit Leben erfüllen"

Zuschüsse für Kinder aus einkommensschwachen Familien - Cyriax appelliert an Ministerium

Rund 1500 Kinder haben im Main-Taunus-Kreis einen Zuschuss für Unterrichtsmaterialien erhalten. Pro Schüler wurden dabei Anfang August 100 Euro überwiesen. "Geldmangel darf Bildung nicht behindern", erläutert der Schuldezernent, der Kreisbeigeordnete Michael Cyriax. Die Mittel wurden an Schüler ausgezahlt, die selbst Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung haben oder auf deren Eltern das zutrifft. Ein gesonderter Antrag war dafür nicht nötig. Schüler, die die Oberstufe besuchen, erhalten das Geld hingegen nicht automatisch. Sie können sich an ihren Sachbearbeiter wenden und müssen dabei eine Schulbescheinigung vorlegen.

Cyriax nennt noch weitere Beispiele für die Unterstützung von Schülern aus hilfebedürftigen Familien. In der ersten Hälfte des vergangenen Schuljahrs habe die Karl-Kübel-Stiftung im Auftrag des Landes das Mittagessen von rund 400 Schülern mit gut 36.000 Euro finanziell unterstützt. Außerdem erhielten alle Schulen mit pädagogischer Mittagsbetreuung 25.000 bis 35.000 Euro im Jahr vom Kreis. Das Geld werde unter anderem für die Subventionierung des Mittagessens eingesetzt, das der Kreis ohnehin bereits bezuschusst.

Trotzdem leide die Bildungsgerechtigkeit in Hessen darunter, dass die gesetzlich verankerte Lernmittelfreiheit ausgehöhlt worden sei, stellt Cyriax fest. Allzu oft müssten Kiinder beispielsweise Theater- und Museumsbesuche oder Fotokopien von Unterrichtsmaterial selbst bezahlen. Dabei beruft sich Cyriax auf eine Umfrage des Staatlichen Schulamts, laut der im MTK und im Kreis Groß-Gerau rund 4900 Schüler nicht genug Geld für derartige Zusatzausgaben haben.

Er appelliert daher an das Kultusministerium, rechtliche Bedingungen zu schaffen, nach denen "finanziell benachteiligte Kinder nicht unter dem Sparzwang ihrer Eltern leiden müssen". Die Lernmittelfreiheit müsse mit Leben erfüllt werden, fordert Cyriax.


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