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28.08.2009Main-Taunus-Kreis: Anstieg der Fallzahlen wegen Wirtschaftslage

Hielscher stellt Sozialbericht 2008 vor - "Aufstocker" als gesamtgesellschaftliches Problem

Die Zahl der Empfänger von staatlichen Sozialleistungen ist im vergangenen Jahr angestiegen. Das geht aus dem Sozialbericht 2008 hervor, den der Erste Kreisbeigeordnete Hans-Jürgen Hielscher jetzt vorgelegt hat. Der Anstieg sei angesichts der angespannten Wirtschaftslage, die bereits im vergangenen Jahr vorgeherrscht habe, jedoch gering, erläutert Hielscher.

Insgesamt erhielten 8507 Personen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV), das waren 184 mehr als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Menschen, die nicht erwerbsfähig oder über 65 Jahre alt waren und nicht mehr am Arbeitsmarkt vermittelt wurden, stieg um 221 auf 1565 Personen. Ihnen standen Grundsicherungsleistungen nach dem Sozialgesetzbuch XII zu. Insgesamt betrug der Anteil der Hilfeempfänger an der Bevölkerung im Main-Taunus-Kreis 4,46 Prozent. Am höchsten war die Quote der Hilfeempfänger in Hattersheim (8,21 Prozent), gefolgt von Schwalbach mit 6,31 Prozent und Eschborn mit 5,03 Prozent.

Der Frauenanteil bei den SGB II-Empfängerinnen und -Empfängern war laut Hielscher mit 4.456 Frauen gegenüber 4.051 Männern besonders hoch. Das liege unter anderem an der immer noch schwierigen Vereinbarkeit zwischen Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung. Frauen seien eher darauf angewiesen, eine Teilzeitstelle oder auch einen niedrig bezahlten Job anzunehmen, zusätzlich müssten sie dann für ihren Lebensunterhalt noch Sozialleistungen beziehen. "Armut darf jedoch nicht weiblich sein, deshalb entwerfen wir verstärkt eigene Programme und maßgeschneiderte Lösungsmodelle", so Hielscher.

Die so genannten Aufstocker, die über ein eigenes Einkommen verfügten, das aber nicht ausreiche, blieben überhaupt eine feste Größe in der Sozialhilfestatistik, so Hielscher. Insgesamt sei ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr aber von 1.020 auf 907 Menschen gesunken. Dass Löhne gezahlt würden, die nicht ausreichten, um den Lebensunterhalt in der Region Rhein-Main zu sichern, sei "ein gesamtgesellschaftliches Problem, dem wir alle entgegentreten müssen", sagte Hielscher.

Wie bereits in den Vorjahren war der Anteil der Kinder unter 14 Jahren, die SGB II bezogen, hoch; er lag bei knapp 30 Prozent. Erfreulich sei hingegen, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen unter 25 Jahren im Vergleich zum Vorjahr nur um 14 Personen angestiegen sei, erläutert Hielscher. "Hier machen sich die überbetrieblichen Ausbildungen und Qualifizierungen in der Ausbildungsstätte AEG Signum bemerkbar."

Der Sozialbericht 2008 kann im Amt für Arbeit und Soziales unter Tel. 06192 - 2011826 angefordert werden.


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