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Schwarz auf Weiß

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01.09.2007 Wie aus Verlierern Siegertypen werden

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Ausbildung – Behörde zahlt Betriebn Zuschuss für problematische Jugend – „Das geht voll ab“

DARMSTADT-DIEBURG. Ein Förderprogramm zur Eingliederung problematischer Jugendlicher in den Arbeitsmarkt übertrifft im Landkreis Darmstadt-Dieburg offenbar die Erwartung aller Beteiligten. Die Kreisagentur für Beschäftigung, der Erste Kreisbeigeordnete Klaus Peter Schellhaas (SPD) und drei Klein-Unternehmer aus dem Kreis zogen am Freitag ein überaus positives Fazit zum sogenannten „Ausbildungskostenzuschuss Plus“. Hier erhalten Betriebe, die sozial benachteiligten, besonders problematischen Jugendlichen eine Lehrstelle geben, monatlich dreihundert Euro Zuschuss, bei Alleinerziehenden sind es gar vierhundert.

Die Unternehmer sehen das Geld als Wagnis-Zuschlag, stellen Jugendliche ein, deren Berwerbungsunterlagen sie ansonsten gleich in den Mülleimer geworfen hätten. Es handelt sich um Kandidaten ohne Schulabschluss, um Ausbildungs-Abbrecher. Menschen also, um die sich ein Personalchef gewiss nicht reißt.

Doch wenn sie eine Chance bekommen, wenn das Umfeld stimmt, wachsen die vermeintlich Unmotivierten plötzlich über sich selbst hinaus. „Wir haben da einen, der geht jetzt voll ab“, berichtet der Umzugsunternehmer Sascha Langer auch Dieburg. Der Betrieb bschäftigt vierzig Angestellte und normalerweise fünf Lehrlinge. Den Zuschuss-Azubi hat Langer als sechsten dazugenommen, „nun ist er einer der Besten“. Vielleicht liegt es daran, dass man im Umzugsunternehmen große Freiheiten hat „und was erlebt“. Von den 2600 Umzügen im Jahr gehen nämlich zwanzig Prozent ins Ausland: Finnland, Dänemark, England. „Unsere Leute erleben das manchmal wie einen kleinen Urlaub“, sagt Langer. „Sie klotzen ran, um Zeit zu gewinnen und sehen sich dann vor Ort noch etwas an.“ Der vor wenigen Wochen genommene Wagnis-Azubi war schon in England.

Auch Georg Rachor von der „Norbert Braun GmbH“ in Münster-Breitfeld hat gute Erfahrungen mit der eigentlich problematischen Klientel gemacht. „Wir sind froh über Spätzünder“, erzählt er. Der Job, den sie in Münster als Bauwerksmechaniker machen, ist durchaus bemerkernswert. Der Betrieb, der fünfzig Mitarbeiter und vier Lehrlinge beschäftigt, betreibt den Rückbau von Kernkraftwerken und Nuklearbetrieben. Schwerpunkte gibt es in Biblis und Mühlheim-Kärlich.

Jürgen Kraus von „Sinotec Sicherheitssysteme“ in Rödermark (Kreis Offenbach) bestätigt die „gute Entwicklung“ aus seiner Sicht. Sein Betrieb mit elf Mitarbeitern und drei Auszubildenden ist im Vertrieb von Arbeitsschutzprodukten engagiert. Die neue Auszubildende (23), die über das Zuschuss-Projekt ins Büro gelangt ist, „macht sich sehr gut bei uns“, sagt Kraus.
Die Arbeit mit der Kreisagentur für Beschäftigung sei sehr angenehm, loben alle Unternehmer. Beim hoch gelobten Förderprogramm etwa wirken zwei ehrenamtliche Ausbildungbegleiter mit. Sie greifen ein, wenn es Schwierigkeiten und Konflikte gibt.

Der Erste Kreibeigeordnete Schellhaas hört das Lob für die Behörde gern. „Wir bringen hier etwas zusammen“, freut er sich. Volker Paul Sallwey, der in der Kreisagentur die „JugendOst“ leitet, spricht von „Faktoren, die wir stimmig zusammenführen. Es zündet“. Die Vermittlungstendenz beim „Ausbildungskostenzuschuss Plus“ ist deutlich steigend. Im Jahr 2006 haben 46 Jugendliche unter 27 Jahren auf dieser Basis einen Ausbildungsplatz bekommen, im Jahr 2007 sind es aktuell schon 54.


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