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02.03.2017 - Talentierter Handwerker schafft Abenteuerwelten für Hanauer Adventure Castle

BU: (v.l.) Volker Schwägerl, Martin Hufnagel und Charlotte Burkart im Escape-Raum „Hexenhaus“.

Main-Kinzig-Kreis

„Den Martin geb ich nicht mehr her“

In der Gruft herrscht bedrückende Enge, schemenhaft zeichnen sich in der Dunkelheit die Umrisse eines Skeletts ab, fahles Licht fällt durch die Gitterstäbe und über allem schwebt eine schaurige Musik. Nur einen Raum weiter ein ganz anderes Bild: Eine Waldlichtung gibt den Blick auf ein windschiefes Häuschen frei, davor ein geheimnisvoller Brunnen in grünes und blaues Licht getaucht…

Der Arbeitsplatz von Martin Hufnagel ist außergewöhnlich. Bei Adventure Castle in Hanau hat der ehemalige Arbeitsuchende seine berufliche Heimat gesucht und gefunden. „Live Escape Rooms“ sind seit einigen Jahren ein weltweiter Freizeit-Trend. Das Prinzip ist so einfach wie genial: In einer kleinen Gruppe sind die Spieler in einem bzw. mehreren Räumen eingeschlossen und müssen im vorgegebenen Zeitfenster Rätsel knacken und der Falle entfliehen. Nur mit Geschick, Kommunikation und Kombinationsvermögen sind die anspruchsvollen Aufgaben rechtzeitig zu meistern. Diesen Trend hat auch Volker Schwägerl erkannt. Seit dem Sommer 2016 bereichert er das abwechslungsreiche Angebot an Escape Rooms im Rhein-Main-Gebiet mit „Draculas Gruft“. Seit kurzem hat auch der zweite Spielraum „Hexenhaus“ seine Pforten geöffnet.

Schnell war dem ehemaligen Rettungssanitäter klar, dass er Büroarbeit, Gruppenbetreuung und das Tüfteln an neuen Spielräumen auf Dauer nicht alleine stemmt. Aber in der Anlaufphase seines jungen Unternehmens jemanden in Vollzeit anzustellen, war trotz Existenzgründerförderung ein finanzielles Wagnis. Charlotte Burkart, Arbeitsvermittlerin beim Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit, konnte dieses Risiko mindern, indem sie die Einstellung ihres Klienten Martin Hufnagel bezuschusste. Hufnagel hatte sich bereits in vielen Berufsfeldern versucht, als Staplerfahrer, bei einer großen Fastfood-Kette und zuletzt als Hausmeister. Aber nirgends gelang es dem 36-Jährigen dauerhaft Fuß zu fassen. Bei Adventure Castle kann er jetzt sein handwerkliches Talent voll zur Geltung bringen und die Chemie zu seinem Chef stimmte von Anfang an. „Den Martin geb ich nicht mehr her“ bringt Schwägerl seine Zufriedenheit auf den Punkt.

Darüber freut sich auch Michael Krumbe, Jobcenter-Vorstand des KCA: „Ich wünsche Herrn Schwägerl für die Zukunft seines Unternehmens viel Erfolg. Wir werden ihn auch weiter gerne unterstützen und mit Personal versorgen.“



22.02.2017 - Kommunales Job-Center und InA gGmbH unterwegs bei einer nicht alltäglichen Betriebsbesichtigung

Nicht alltägliche Einblicke in die Betriebsabläufe des Odenwald Schlachthofes in Brensbach erhielten die Mitarbeiten des Kommunale Job-Centers und des AGPS. (v.l.n.r.) Patrick Beck (Teamleiter Eingliederung), Tim Löffler (AGPS), Elena Roßnagel (BASS-Studentin), Volkmar Schaaf (Geschäftsführer des Schlachthofes) sowie Thorsten Beyerlein und Mirko Liebig (beide AGPS), Foto: Jana Brendel/ InA gGmbH

Odenwaldkreis

Vermittlungscoaches und Arbeitgeber- und Personalservice informieren sich bei der Odenwald Schlachthof Betriebs GmbH in Brensbach über Arbeitsabläufe und Personalbedarf

Zu einer etwas „anderen“ Betriebsbesichtigung waren Mitarbeiter des Kommunalen Job-Centers (KJC) des Odenwaldkreises sowie der Arbeitgeber- und Personalservice (AGPS) der InA gGmbH kürzlich eingeladen. Volkmar Schaaf, Geschäftsführer der Odenwald Schlachthof Betriebs GmbH in Brensbach, freute sich über den Besuch und das damit verbundene Interesse an seinem Unternehmen und Berufsstand. Denn ihm ist durchaus bewusst, dass das Image eines Schlachtbetriebes in der Öffentlichkeit nicht immer positiv besetzt ist. Dies ist auch der Grund, warum das Unternehmen immer wieder Probleme hat, geeignetes Personal oder Lehrlinge zu finden. Dabei kann die Branche als durchaus krisenfest bezeichnet werden, ist doch die Nachfrage nach guten Fleisch- und Wurstprodukten, trotz Umdenkens der Bevölkerung im Hinblick auf den Fleischkonsum und dem Trend hin zu einer vegetarischen oder gar veganen Ernährung, stabil.

Dennoch haben gerade kleine mittelständische Unternehmen Schwierigkeiten, sich gegen Großkonzerne mit eigenen Schlachthöfen zu behaupten. Der Odenwald Schlachthof hat sich deshalb in den vergangenen Jahren ausschließlich auf Dienstleitungsschlachtungen für Metzgereien, Gastronomen und den Fleischhandel spezialisiert und sich als ein modernes und leistungsfähiges Unternehmen am Markt positioniert. An drei Tagen die Woche werden hier ca. 80 Rinder und bis zu 400 Schweine geschlachtet, alles nach hohen Hygiene-, Sicherheits- und Qualitätsrichtlinien. Mit dieser vergleichsweise geringen Anzahl an Schlachtungen und seinen hohen Standards hebt sich das Brensbacher Unternehmen von Großschlachthöfen und Fleischfabriken ab. Zudem bietet der Odenwald Schlachthof eine zertifizierte Bio-Fleischproduktion. Nicht ohne Grund ist er deshalb als EU-Schlachthof zugelassen, trägt das offizielle Qualitätszeichen des Landes Hessen „Geprüfte Qualität“ und „Geprüfte Qualität Odenwald“ und hat als einziger Schlachthof in Hessen das Bio-Siegel Hessen erhalten.

Qualität und regionaler Bezug sind wichtige Merkmale des Unternehmens und das nicht nur im Hinblick auf die Produkte. Auch bei der Wahl der Mitarbeiter werden diese Kriterien angewandt. „Nur ausgebildete Fachkräfte oder Arbeitnehmer mit entsprechender Qualifizierung sind in unserem Unternehmen tätig. Die meisten Mitarbeiter sind zudem regional verwurzelt und arbeiten deshalb gern für gute regionale Produkte.“, erklärt Geschäftsführer Schaaf, selbst Metzgermeister und studierter Fleischereitechniker. Deshalb ist man auch daran interessiert Lehrlingen zum Fleischer mit Praxisbezug auszubilden und langfristig an das Unternehmen zu binden. Leider ist die Resonanz auf die Ausbildungsangebote sehr gering.

Diese Erfahrungen machen auch die Vermittler des Kommunalen Job-Centers und des Arbeitgeber- und Personalservices. „Die Nachfrage nach einer Tätigkeit oder Ausbildung im Fleischereihandwerk ist nicht sehr groß. Meist scheuen sich gerade Jugendliche vor einer Arbeit in diesem Bereich. Deshalb war es uns wichtig, reale Einblicke in Arbeitsabläufe in einem Schlachthof zu erhalten und mehr über die Anforderungsbedingungen an potenzielle Mitarbeiter zu erfahren. So können wir unseren Kunden noch detailliertere Informationen zum Berufsbild geben und einschätzen, ob eine mögliche Vermittlung in diesen Beruf sinnvoll wäre.“, erklärt Mirko Liebig vom AGPS.

Mit den neuen Erkenntnissen gehen die Vermittlungscoaches des Kommunalen Job-Centers und die Ansprechpartner von Arbeitgeber- und Personalservice gezielt an die Suche nach geeigneten Kandidaten für eine Ausbildung beim Odenwald Schlachthof, denn Lehrlinge werden auch für das kommende Ausbildungsjahr gesucht.

Interessierte Arbeitgeber finden geeignete Auszubildende und Mitarbeiter über den Arbeitgeber- und Personalservice des Kommunalen Job-Centers Odenwaldkreis, in Kooperation mit der InA gGmbH - Integration in Arbeit. Kontakt: Tel.: 06062 70-3932 oder E-Mail: arbeitgeberservice@odenwaldkreis.de

64711 Erbach, 21.02.2017, Jana Brendel, Öffentlichkeitsarbeit der InA gGmbH



07.02.2017 - Junger Syrer findet Anschluss – beruflich und privat

Erika Kollmann (2. v.l.) mit Firmeninhaber Dirk Fenzl, Junior-Chef Nico Fenzl und Abdul Hoot

Main-Kinzig-Kreis

„Feuss“-Pflege in Ronneburg

Dirk Fenzl ist kein Mann, dem man leicht etwas ausschlägt. Mit seinem hellen Lachen und seiner freundlichen aber bestimmten Art zerstreut der Fachmann für medizinische Fußpflege rasch die Bedenken seiner Ronneburger Mitbürger. So etwa bei der Frage, ob bei einer Behandlung sein syrischer Schützling zugegen sein darf. Abdul Hoot startete im November 2016 ein Praktikum in dem Traditionsbetrieb für Podologie – der Begriff leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bezeichnet die Lehre vom Fuß. Seitdem packt der schüchterne junge Mann – der auf den ersten Blick das komplette Gegenteil seines resoluten Chefs ist – tatkräftig mit an. Ursprünglich stammt Hoot aus Aleppo. Seine zerstörte Heimatstadt ist inzwischen weltweit zum Sinnbild für den grausamen Bürgerkrieg in Syrien geworden. Drei Jahre harrte der gelernte Schneider, der das jüngste von acht Geschwistern ist, dort aus. Dann suchte er sein Heil in der Flucht. Gemeinsam mit einem Freund rettete er sich über die Türkei in den Main-Kinzig-Kreis. Seitdem arbeitet er mit Fleiß und Beharrlichkeit daran, sich hier eine Zukunft aufzubauen. Damit das gelingt, unterstützt ihn neben seiner ehrenamtlichen Integrationslotsin auch Erika Kollmann vom Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA). Sie ebnete im Zusammenspiel mit dem Arbeitgeber alle formalen Hürden und kümmerte sich um einen Platz in einem berufsbegleitenden Intensiv-Deutsch-Kurs.

Mit medizinischer Fußpflege oder Podologie hatte Abdul Hoot zwar davor noch nie Berührungspunkte. Dieses Berufsfeld existiert in seiner Heimat nicht. Der 29jährige zeigte aber ein so ausgeprägtes Talent für diese Tätigkeit, dass ihm sein Chef in kürzester Zeit immer anspruchsvollere Aufgaben anvertraute. „Der Abdul ist wirklich ein Naturtalent“ staunt Dirk Fenzl. Sein Mitarbeiter sei nicht nur extrem geschickt und einfühlsam er denke auch immer mit und agiere selbstständig. „Das habe ich noch bei keinem meiner Auszubildenden in der Form erlebt!“ Ein Grund für Hoots Fingerfertigkeit: Seit Jahren rasiert er sich mit einem Rasiermesser, da fällt der Umgang mit Skalpell und Hornhautschaber leicht. Trotzdem – etwas skeptisch waren einige der alteingesessenen Kunden und Patienten anfangs schon. Diese Skepsis war dann aber der Überzeugungskraft von Dirk Fenzl, der seine Fachpraxis bereits seit 33 Jahren betreibt, nicht gewachsen. „Vorurteile und Berührungsängste bauen wir ganz direkt und praktisch ab“, so der staatlich geprüfte Podologe. Als Eisbrecher erweise sich dabei die Ronneburger Mundart. Eines der ersten Worte, die der junge Syrer im Dialekt gelernt hat: „Feuss“, statt „Füße“. Seine Integration beschränkt sich nicht auf den Arbeitsplatz. Er verbringt seine Freizeit mit den Söhnen des Firmenchefs, von denen einer auch im Betrieb arbeitet, kickt im örtlichen Fußballverein und er nahm auch an der Weihnachtsfeier des Spielmannszuges teil, in dem die gesamte Familie Fenzl aktiv ist. Das nächste große Ziel ist klar im Visier: Wenn seine Deutschkenntnisse gut genug sind, will Hoot die siebenmonatige Ausbildung zum „Assistenten des Podologen“ absolvieren – Ehrensache, dass ihn sein Chef dabei unterstützt.

„Es gibt glücklicherweise viele engagierte Unternehmer, Ehrenamtliche und auch politisch Verantwortliche, wenn es um die berufliche Integration von Flüchtlingen geht“, hebt Michael Krumbe, Vorstand des KCA-Jobcenters, hervor. „Aber was Wirtschaft, Ehrenamt und Politik in Ronneburg unter der Federführung von Bürgermeister Andreas Hofmann auf die Beine stellen ist wirklich vorbildlich“, zeigt sich der Arbeitsmarktexperte beeindruckt.

Unternehmen, die ebenfalls daran interessiert sind, Flüchtlingen einen Ausbildungsplatz oder eine andere sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu ermöglichen, können sich jederzeit gerne an Erika Kollmann wenden (erika.kollmann@kca-mkk.de| 06051-9741-41910 | 0171-9791897).



07.02.2017 - Teilnehmer der Maßnahme „RESTART“ des Kommunalen Job-Centers besuchen Molkerei in Hüttental

Odenwaldkreis

Organisation und Durchführung der Besichtigung als Teil der Projektarbeit mit Praxisbezug

Die Maßnahme „RESTART“ des Kommunalen Job-Centers des Odenwaldkreises, die aktuell bereits seit Juni 2016 läuft und vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V. in Michelstadt durchgeführt wird, richtet sich an arbeitsmarktferne, erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Alter von 30 bis 64 Jahren, die seit längerer Zeit arbeitslos sind und einen Einstieg in die Berufswelt aufgrund unterschiedlicher Hindernisse noch nicht geschafft haben. Um eine Berufseignung und die berufliche Handlungsfähigkeit zu erhöhen, verfolgt man in der Maßnahme verschiedene Ansätze. Unter anderem werden Workshops in diversen Berufsbranchen, Betriebsbesichtigungen, Praktika und Ähnliches angeboten.

Ein Betriebsbesuch bei der Molkerei Hüttenthal GmbH & Co. KG, Mossautal, war eine der Aktivitäten, die die Teilnehmer mit Arbeitgebern des Odenwaldkreises zusammenbringen und ihnen Beschäftigungsmöglichkeiten näherbringen sollen.

Bereits mit der Zusage der Familie Kohlhage, in deren Privatbesitz sich die Molkerei seit 1912 befindet, begann für die Maßnahmeteilnehmer die Projektarbeit, galt es doch den Besuch entsprechend vorzubereiten. Unterstützt durch die Projektverantwortlichen beim Bildungswerk, Frank Meier und Monika Sauer, organisierten sie die Hin- und Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, informierten sich im Vorfeld über die Molkerei, deren Produkte und die möglichen Arbeitsfeldern in einem milchverarbeitenden Betrieb.

In der Molkerei angekommen, wurde die Gruppe vom Inhaber Kurt Kohlhage begrüßt und durch den Betrieb geführt. Dabei erläuterte er die Historie der Firma und aktuelle Produktionsabläufe in der Molkerei. Aber auch die Schwierigkeiten eines kleinen Betriebes wurden angesprochen. So ist es immer wieder eine Herausforderung solcher Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben, entspricht doch beispielsweise die jährliche Verarbeitungsmenge kleinerer Unternehmen im Vergleich der der Stundenproduktion eines Großbetriebes.

Während einer abschließenden Verkostung der zahlreichen Produkte der Molkerei Hüttenthal konnten die Teilnehmer ihre Fragen zu den Berufsfeldern, Berufschancen, Arbeitszeiten und zukünftigen Arbeitsmöglichkeiten stellen. So nahmen diese, neben umfassenden Einblicken in die Abläufe eines landwirtschaftlichen Unternehmens, neue Impulse für ihre berufliche Orientierung mit nach Hause.

Information zur Maßnahme „RESTART“ erhalten Interessierte beim Kommunalen Job-Center des Odenwaldkreises in Erbach oder beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft in Michelstadt. Ansprechpartnerinnen sind Cornelia Wind, Telefon 06062 70-1570, E-Mail c.wind@odenwaldkreis.de,sowie Birgit Golak, Telefon 06061 9438-20, E-Mail: golak.birgit@bwhw.de

Erbach, 07.02.2017, Jana Brendel, InA gGmbH



25.01.2017 - Syrischer Flüchtling verwirklicht Traum als KFZ-Mechatroniker

(v.r.) Ulrich Liebsch, Erika Kollmann, Gabriele Oergel mit Wail Alkaraf (Mitte weißes Hemd) sowie Steffen Hertel (links außen) gemeinsam mit dem Werkstatt-Team

Main-Kinzig-Kreis

Ausbildung und Armdrücken

„Wer mit Energie rangeht, der packt es auch“ so beantwortet Ulrich Liebsch, Inhaber des Autohauses Geiger & Liebsch, die Frage, worauf es ankommt, um die Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker erfolgreich zu absolvieren. Energie besitzt Wail Alkaraf im Übermaß, hinzukommen Ehrgeiz, Fleiß und Zuverlässigkeit – Tugenden die seine noch bestehenden Sprachdefizite aufwiegen. Der junge Syrer kam 2015 alleine als Flüchtling nach Gelnhausen und arbeitet seitdem hart daran, hier eine neue Heimat zu finden. In Gabriele Oergel fand er seine erste Fürsprecherin. Die ehemalige Dolmetscherin engagiert sich in der Barbarossa-Stadt ehrenamtlich für Flüchtlinge und unterrichtet zwei Mal wöchentlich in der städtischen Flüchtlingsunterkunft an den ehemaligen Kasernen je sechs Stunden Deutsch. Unter ihren Schülerinnen und Schülern stach der 22jährige heraus. Nicht nur wollte er so schnell wie möglich die schwierige deutsche Sprache erlernen, auch hatte er eine glasklare Vorstellung davon, wo er seine berufliche Zukunft sah: In einer KFZ-Werkstatt. Über verschiedene Zwischenstationen knüpfte Oergel schließlich einen Kontakt zum Autohaus Geiger & Liebsch in Linsengericht Altenhaßlau. Alkaraf, der derzeit von Arbeitslosengeld II lebt, gelang es Ulrich Liebsch und dessen Service-Leiter Steffen Hertel mit seiner Aufgeschlossenheit und Beharrlichkeit zu überzeugen. Parallel schaltete sich Erika Kollmann vom Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) ein. In enger Abstimmung mit dem Arbeitgeber organisierte sie zunächst eine mehrwöchige Trainingsmaßnahme im Betrieb. In dieser Zeit erarbeitet sich der Syrer den Respekt seiner Kollegen. „In der Werkstatt gibt es eine sehr direkte Feedback-Kultur“ schmunzelt Steffen Hertel. „Hier erhält allem voran Anerkennung, wer anpackt, mitdenkt und lernbereit ist.“ Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres darf Wail Alkaraf dann auch die langersehnte Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker anfangen. Bis dahin arbeitet er zur Überbrückung nachmittags auf Mini-Job-Basis bei Geiger & Liebsch und absolviert vormittags einen Intensiv-Sprach-Kurs. Auf dem weiteren Weg zum Traumberuf ebnet ihm KCA-Frau Kollmann noch eine weitere wichtige Hürde: Das Jobcenter finanziert ihm den PKW-Führerschein mittels eines Bildungsgutscheins. Dieser vereinfacht die Arbeit mit den Kundenfahrzeugen wesentlich. Gleichzeitig unterstützen ihn auch seine Kollegen nach Kräften, sei es bei Behördengängen oder auch dabei eine eigene kleine Wohnung zu suchen, damit er aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen kann. „Das ist Grundvoraussetzung füreine erfolgreiche soziale und sprachliche Integration“, meint Hertel. Bei Geiger & Liebsch ist diese Integration schon vorangeschritten: So ließ sich Wail Aklaraf etwa bei der Weihnachtsfeier nicht zweimal bitten, beim traditionellen Armdrücken anzutreten. Trotz seines kräftigen Bizepses langte es diesmal noch nicht für einen Podiumsplatz, es fehlte ihm noch an Technik. Aber seine Ziele für 2017 sind klar definiert: Erfolgreicher Start in die Ausbildung und Sieg beim Armdrücken.

„Gerade dieser Fall zeigt, wie wertvoll für uns die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer als Mittler und Türöffner sind“, lobt Michael Krumbe, Vorstand des KCA-Jobcenters. Deren anhaltendes Engagement sei eine häufig unverzichtbare Unterstützung. „Mein Dank gilt aber selbstverständlich auch ausdrücklich Geiger & Liebsch. Ich hoffe andere Arbeitgeber lassen sich von diesem guten Beispiel anstecken.“ Unternehmen, die ebenfalls daran interessiert sind, Flüchtlingen einen Ausbildungsplatz oder eine andere sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu ermöglichen, können sich jederzeit gerne an Erika Kollmann wenden (erika.kollmann@kca-mkk.de | 06051-9741-41910 | 0171-9791897).



15.12.2016 - Zahntechniker beherrscht sein Handwerk

Miriam Beitz vom KCA-Jobcenter und Zahntechnikermeister Andreas Nieporte (v.l.) sowie Fahd Alloush (Dritter v.r.) mit Kollegen

Main-Kinzig-Kreis

Syrischer Flüchtling schafft Einstieg als Fachkraft

Fahd Alloush braucht eine extrem ruhige Hand für seinen Job als Zahntechniker. Wenn der junge Syrer Keramikverblendungen für Kronen und Zahnprothesen fertigt, ist das keine Millimeterarbeit sondern Zehntel-Millimeterarbeit. Diese anspruchsvolle Tätigkeit mit teuren Werkstoffen zählt zu den schwierigeren Ausbildungsberufen in Deutschland. Keine leichte Aufgabe, als Flüchtling in diesem Beruf Fuß zu fassen. Aber der 28jährige ist vom Fach. Er blickt auf ein einschlägiges Studium und einige Jahre Erfahrung zurück, als ihn seine Odyssee über den Libanon und Ägypten in den Main-Kinzig-Kreis führt. Das Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) nimmt ihn in das Programm „Fit für die Ausbildung“ auf. Ein Programm, das sich gezielt auf Arbeitssuchende mit Fluchthintergrund unter 35 Jahren konzentriert und welches zur Hälfte aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wird. KCA-Fallmanagerin Miriam Beitz sorgt dafür, dass Alloushs Universitätsabschluss ins Deutsche übersetzt wird. „Ohne diese Anerkennung ist der Berufseinstieg als Fachkraft in Deutschland nahezu ausgeschlossen“, erklärt Beitz. Mit ihrer Unterstützung findet der Wahl-Hanauer zunächst einen Praktikumsplatz in der Zahnarztpraxis von Dr. Ismail Derin und Dr. Rachid Boulaaouin. Die Praxis liegt mitten im Herzen Frankfurts – direkt an der Zeil. Mit alleine 14 Zahnärztinnen und Zahnärzten zählt sie nicht nur zu den größten der Main-Metropole, sie ist auch sehr multikulturell. Mitarbeiter und Patienten stammen aus aller Herren Länder; in den Behandlungsräumen und Wartezimmern kann man neben Arabisch und Türkisch auch Farsi oder Urdu hören. In diesem weltoffenen Umfeld fällt es FahdAlloush leicht, sich einzuleben und schon nach wenigen Wochen hält er einen festen Arbeitsvertrag in seinen Händen. Trotz des internationalen Klimas legt er aber großen Wert darauf, ausschließlich deutsch mit seinen Kollegen zu sprechen. „Fahd bringt sehr solide Vorkenntnisse mit“, lobt Andreas Nieporte, Leiter des Praxis-eigenen Labors und Zahntechnikermeister. Die Anforderungen in einem deutschen Labor seien zwar besonders hoch, Fahd Alloush sei es aber gelungen, sich rasch diesem Niveau anzupassen. „Es kommt bei uns auf absolute Feinheiten an, etwa dass wir bei jedem Patienten den Farbton des Zahnes exakt treffen“, erläutert Herr Nieporte.

Michael Krumbe, Vorstand des KCA-Jobcenters, freut sich sehr über die positive Entwicklung seines ehemaligen Klienten: „Selten geht die Gleichung `Flüchtling plus Fachkräftemangel gleich erfolgreiche Integration´ so ausgezeichnet auf, wie in diesem Fall“, so Krumbe, der es nicht versäumen möchte, der Praxis von Dr. Derin und Dr. Boulaaouin für ihre Aufgeschlossenheit zu danken. „Wir brauchen mehr Arbeitgeber, die Arbeitssuchenden mit oder ohne Fluchthintergrund so bereitwillig eine Chance bieten.“ Interessierte Unternehmen können sich an Erika Kollmann wenden (erika.kollmann@kca-mkk.de | 06051-9741-41910 | 0171-9791897).



13.12.2016 - Kommunales Job-Center unterstützt Kunden mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen

Beteiligte "KomPASS" und "Stromspar-Check"

Odenwaldkreis

Maßnahme „KomPASS“ soll Betroffenen neue Wege im Umgang mit Problemen aufzeigen – Arbeitsmarktbezogene Strategien

Wer aus den unterschiedlichsten Gründen gesundheitlich eingeschränkt ist – sei es durch Unfall, Krankheit oder ein chronisches Leiden – hat gerade im Hinblick auf eine berufliche Perspektive erhöhten Unterstützungsbedarf. Seit August dieses Jahres unterstützt das Kommunale Job-Center (KJC) des Odenwaldkreises deshalb Kunden mit gesundheitlichen Einschränkungen, die bereits längere Zeit ohne Arbeit sind und Arbeitslosengeld-II-Leistungen beziehen, noch intensiver bei der beruflichen Neuorientierung.

In der Maßnahme „KomPASS“, mit deren Umsetzung die GFN AG (Michelstadt) als Bildungsträger beauftragt wurde, sollen den maximal 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern neue Richtungen im Umgang mit ihren oftmals vielfältigen Gesundheitsproblemen gewiesen werden. Ziel ist es, den Männern und Frauen von 18 bis 64 Jahren eingehend bei der Wiederherstellung ihrer Arbeitsfähigkeit oder einem möglichen Übergang in den Rechtskreis nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) XII zu helfen.

Ebenso individuell wie dabei die Krankheitsgeschichte betrachtet werden muss, ist auch die Dauer der Maßnahme für die einzelnen Teilnehmer angesetzt; sie kann bis zu zwölf Monate betragen. In der gründlichen Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Gesundheitsberatern und den zuständigen Vermittlungscoaches im KJC werden spezifische, arbeitsmarktbezogene Strategien entwickelt, um die Betroffenen (wieder) dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Betrachtung der eigenen Stärken und das Aufzeigen neuer Möglichkeiten sind dabei zentrale Themen.

Großen Wert legt man auf Einzelgespräche und die kontinuierliche ärztliche Überprüfung des Gesundheitszustandes. Die terminliche Abstimmung dafür erfolgt direkt mit den Maßnahme-Teilnehmern und wird an den gesundheitlichen Bedarf angepasst.

„Wir nehmen uns Zeit für unsere Kunden. Das merken die Teilnehmer und öffnen sich dabei von Gespräch zu Gespräch mehr. Doch auch der Austausch der Teilnehmer untereinander ist wichtig und hilft dabei, neue Ansätze zu entwickeln und die eigene persönliche Situation einzuordnen“, erklärt Anja Figge, Diplom Sozialarbeiterin mit Schwerpunkt Schmerz- und Gesundheitsmanagement. Sie zählt zu den Maßnahmecoaches bei „KomPASS“.

Gruppengespräche und -veranstaltungen sind fester Bestandteil der Maßnahme. Bei der Themenwahl begrenzt man sich nicht ausschließlich auf Gesundheitsthemen. Auch andere Aspekte, die Einfluss auf die Lebensqualität und den Genesungsprozess haben können, kommen zur Sprache.

So organisierte die GFN AG kürzlich einen Vortrag zu der Frage „Wie spare ich Strom im Haushalt?“. Im Rahmen der Aktion „Stromspar-Check Kommunal“ des Deutschen Caritasverbandes (DCV) und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands erklärte Klaus Gerth-Koch, Energiesparberater der Initiative Arbeit im Bistum Mainz, den Teilnehmern, wie sie ihren Stromverbrauch verringern und ihre Kostenbelastung senken können. Gleichzeitig informierte er über eine mögliche Tätigkeit als Stromsparhelfer und die damit verbundene Chance auf einen beruflichen Wiedereinstieg.

Die Initiative „Stromspar-Check“ richtet sich insbesondere an einkommensschwache Haushalte. Ein Stromsparhelfer nimmtauf Wunsch kostenlose Stromspar-Checks zuhause vor und zeigt Einsparmöglichkeiten auf. Maßnahmen zum Stromsparen können dann direkt umgesetzt werden, indem (ebenfalls kostenlos), beispielsweise Glühlampen ausgetauscht, Standby-Abschalter oder spezielle Wasserspartechnik installiert werden. Zudem besteht unter besonderen Voraussetzungen die Möglichkeit der Förderung energiesparender Kühlgeräte. Solche einfachen Maßnahmen helfen nicht nur Geld zu sparen. Sie leisten gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz.

Die Argumente des Referenten überzeugten auch die Teilnehmer von „KomPASS“. Einige vereinbarten unmittelbar im Anschluss an die Informationsveranstaltung Termine für ihren persönlichen „Stromspar-Check“.

Fragen zur Maßnahme „KomPASS“ beantwortet die zuständige Verantwortliche im Kommunalen Job-Center Cornelia Wind gern unter Telefon 06062 70-1501 oder per E-Mail: c.wind@odenwaldkreis.de

Informationen vermittelt auch dieGFN AG in Michelstadt. Ansprechpartner ist dort Karl-Heinz Kalcik, Telefon 06061 9797571; E-Mail: Karl-Heinz.Kalcik@gfn.de

29.11.2016 - Gespräche über Mitarbeiterbedarf im Herrenkleiderwerk Klotz

Richard Klotz, Sohn der Firmengründers Friedrich Klotz, führt die Mitarbeiter des Arbeitgeber- und Personalservice der InA gGmbH und des Kommunalen Job-Centers durch das Traditionsunternehmen. (v.l.n.r.) Richard Klotz, Gabi Vogel, Cornelia Wind (Teamleiterin 50plus im KJC), Tim Löffler (AGPS) und Patrick Beck (Teamleiter Eingliederung im KJC), Foto: Jana Brendel/ InA gGmbH

Odenwaldkreis

Mitarbeiter des Arbeitgeber- und Personalservice der InA gGmbH und des Kommunalen Job-Centers besuchen Traditionsunternehmen in Mömlingen

Bereits seit 1949 stellt das Familienunternehmen Klotz in Mömlingen Herrenanzüge aller Art her und hat sich damit über die Jahre, auch über die Landesgrenzen hinaus, einen Namen gemacht.

Mehr als 120 Mitarbeiter am Unternehmensstandort verwandeln qualitativ hochwertige Stoffe in besondere Kleidungsstücke, mit denen „Mann“ sich sehen lassen kann. Dabei werden alle Schritte der Produktionskette im Haus abgedeckt, von der Schnittmustererstellung über das Zusammenfügen der einzelnen Zuschnitte bis hin zur Endabnahme. Besonders viel Wert legt man dabei auf Qualität und die Umsetzung individueller Kundenwünsche.

Mit dem Angebot von Anzügen in sogenannten Randgrößen und der speziellen Anfertigung von Trachtenjacken besetzt das Unternehmen eine Nische. Dies wissen Händler und Kunden gleichermaßen zu schätzen.

Doch nicht nur auf das Endprodukt wird im Herrenkleiderwerk Klotz großer Wert gelegt. Auch die Verantwortung für seine Mitarbeiter und die Menschen der Region nimmt das Unternehmen sehr ernst. Deshalb war man auch schnell bereit, den Arbeitgeber- und Personalservice (AGPS) der InA gGmbH und die Teamleiter vom Kommunalen Job-Center (KJC) in Erbach zu einem Besuch zu sich einzuladen und mit ihnen über Personalbedarfe zu reden und Anforderungen an potenzielle Bewerber zu erörtern.

Der AGPS und das Kommunale Job-Center führen regelmäßig Betriebsbesichtigung durch, um den regionalen Arbeitgebern ihre Arbeitsweise als Personaldienstleister vorzustellen oder über Fördermöglichkeiten bei der Einstellung ihre Kunden aus dem Rechtskreis des SGB II zu informieren. Gerade für Unternehmen, die kurzfristig nach Personal suchen, das spezielle Fähigkeiten mitbringt und aus der Region kommt, bietet der AGPS sinnvolle Unterstützung.

Im Rahmen der bewerberorientierten Vermittlung können die Mitarbeiter des AGPS auf eine Vielzahl von Bewerbern unterschiedlicher Berufsgruppen zurückgreifen, potenzielle Kandidaten passgenau auswählen und dem Arbeitgeber vorstellen. Ältere Mitarbeiter, oftmals mit speziellen handwerklichen Erfahrungen, werden über den AGPS ebenso vermittelt, wie junge Menschen die einen Ausbildungsplatz suchen. Dabei arbeitet der AGPS eng mit dem Kommunalen Job-Center zusammen. So können beispielsweise Fördermöglichkeiten oder Einstiegsqualifizierungen -zum Beispiel Langzeitpraktika- zeitnah und unbürokratisch abgestimmt werden.

Ein Angebot auf das auch das Kleiderwerk Klotz zurückkommen könnte. Achtet man doch sehr genau auf eine ausgewogene Mitarbeiterstruktur, die gerade auch älteren Mitarbeitern die Chance gibt, ihr Wissen in der Praxis einzubringen und diese an die jüngeren Kräfte und Auszubildenden weiterzugeben. Zudem sucht das Unternehmen immer wieder nach engagierten Mitarbeitern und Auszubildenden, die den Fortbestand des Schneiderhandwerks sichern.

Interessierte Arbeitgeber finden geeignete Auszubildende und Mitarbeiter über den Arbeitgeber- und Personalservice des Kommunalen Job-Centers Odenwaldkreis, in Kooperation mit der InA gGmbH - Integration in Arbeit. Kontakt: Tel.: 06062 70-3932 oder E-Mail: arbeitgeberservice@odenwaldkreis.de


64711 Erbach, 29.11.2016

Jana Brendel, Öffentlichkeitsarbeit der InA gGmbH




30.09.2016 - Fachstelle Flüchtlinge Arbeit feiert erste Erfolge

v.r.n.l. Hans-Joachim Homm (Geschäftsführer), Yahya Safi (Teppich-Restaurator) und Auktionatorin Schreiber mit einem restaurationsbedürftigen Teppich

Kreis Groß-Gerau

Auktionshaus Oberursel stellt Flüchtling ein

Das Auktionshaus Oberursel ist froh mit Hilfe der Fachstelle Flüchtlinge und Arbeit des Kommunalen Jobcenters Kreis Groß-Gerau nach vielen Jahren endlich den passenden Mitarbeiter gefunden zu haben. Seit Mitte dieses Jahres darf sich Yahya Safi, ein Flüchtling aus Afghanistan, zum engen Mitarbeiterkreis um den Geschäftsführer Hans-Joachim Homm zählen.

Das Auktionshaus ist ein junges, innovatives Unternehmen, welches nahe der Kurstadt Bad Homburg dreimal pro Jahr eine Auktion veranstaltet. Die Einlieferer und Käufer sind international. Die Schwerpunkte der Auktionen bilden: Gemälde alter und neuerer Meister, antike Orientteppiche sowie Silber, Porzellan, Schmuck, Historika, Skulpturen und Asiatika.

Der Geschäftsführer Hans-Joachim Homm arbeitet seit über 20 Jahren in der Branche und kennt den für ihn interessanten Arbeitsmarkt. Er weiß, dass ein Beruf wie der des Teppich-Restaurators in Deutschland nicht erlernt werden kann und somit Fachkräfte in diesem Bereich sehr rar sind. Herr Safi hat vor seiner Flucht nach Deutschland viele Jahre als Teppich-Restaurator gearbeitet. Das erste Mal mit dem Teppichknüpfen in Berührung gekommen, ist er als 9-jähriger Junge in seiner Heimat Lugar in Afghanistan. Er bringt mit seinen 28 Lebensjahren schon 10 Jahre Berufserfahrung von dort mit. Das hat nicht nur dem Inhaber des Auktionshauses imponiert. Frau Schreiber, Auktionatorin bei Homm, lobt den Mitarbeiter in hohen Tönen „er ist immer pünktlich, fleißig und sehr engagiert die deutsche Sprache zu lernen. Er war uns allen sofort sympathisch und er passt sehr gut in unser kleines vierköpfiges Team“. Sie empfindet die Zusammenarbeit als angenehm und ist der Meinung, dass es für Herrn Safis Integration in die deutsche Kultur sehr förderlich ist, dass er nun auch mit mehreren Frauen zusammen im Auktionshaus arbeitet.

Die Mitarbeiter der Fachstelle Flüchtlinge und Arbeit haben Yahya Safis Kompetenzen schon früh erkannt. Er ist Ihnen bei einer der vielzähligen Informationsveranstaltungen des Jobcenters in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit Bad Homburg aufgefallen. „Wir haben Herrn Safi von Anfang an einsetzen können. Er stand uns anfänglich oft als Dolmetscher zur Seite, da er arabisch und afghanisch spricht. Als er von sich aus das Auktionshaus Oberursel ins Gespräch brachte, haben wir ihm geholfen, ihn beraten, begleitet und ihm vermittelnd zur Seite gestanden,“ schildert Hicham Larja (Mitarbeiter der Fachstelle Flüchtlinge und Arbeit).

Die Fachstelle wurde im Jahr 2015 vom Kommunalen Jobcenter, dem Kreis Groß-Gerau sowie der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen und hat zum Ziel Flüchtlinge in Arbeit zu integrieren. Hierzu bietet sie entsprechende Hilfestellungen durch Beratung und Weiterleitung an die zuständigen Stellen sowie Informationen über die Wege der Antragstellung insbesondere beim Wechsel der Rechtskreise. Sie bietet zudem die Vorklärung zur Anerkennung von Schul-und Berufsabschlüssen.

Auch zur Beschäftigung des neuen Mitarbeiters konnte die Fachstelle das Auktionshaus schnell und kompetent beraten und somit den Weg für die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung des Herrn Safi bereiten.

Herr Homm ist heute glücklich, einen so passenden Mitarbeiter gefunden zu haben: „wir haben den Mut gezeigt, der anderen Firmen wohl fehlt. Wir arbeiten hier auf internationalem Niveau mit vielen internationalen Kunden. Da ist es wichtig das die Chemie stimmt und es hat schlussendlich individuell zusammen gepasst.“

Die Fachstelle Flüchtlinge und Arbeit ist stolz auf diesen Vermittlungserfolg und berät Flüchtlinge sowie ehrenamtlich und hauptamtlich Tätige in der Flüchtlingsarbeit. Diese können sich bei Interesse gerne telefonisch unter 06152/9551-555 an die Mitarbeiter/innen oder per E-Mail an FachstelleFluechtlinge@jc-gg.de wenden.



28.09.2016 - Große Runde beim Arbeitgeberbesuch der Firma Bechtold & Sohn in Beerfelden

Große Runde beim Arbeitgeberbesuch der Fima Bechtold & Sohn in Beerfelden. (v.l.n.r.) Patrick Beck, (Teamleitung Eingliederung) und Cornelia Wind (Teamleitung 50plus) beide vom KJC, Philipp Vetter und Michael Vetter (Kreisbeigeordneter des Odenwaldkreises), Bastian Schwöbel (Controlling), André Bechtold (Betriebsleiter), Tim Löffler (AGPS), Uwe Scholl (Vertrieb), Mirko Liebig (AGPS) sowie Romina Puccio (Personalwesen)

Odenwaldkreis

Arbeitgeber- und Personalservice der InA gGmbH und Mitarbeiter des Kommunalen Job-Centers bekommen detaillierte Einblicke in die Arbeitsabläufe des Unternehmens

Als Familienunternehmen in vierter Generation, mit ca. 80 Mitarbeitern am Standort Beerfelden und weiteren 60 Mitarbeitern an einer zweiten Produktionsstätte in Tschechien, gehört die Firma Bechtold & Sohn zu den erfolgreichsten Unternehmen im Bereich Kunststoffverarbeitung und Werkzeugbau im Odenwaldkreis. Grund genug für den Arbeitgeber- und Personalservice (AGPS) der InA gGmbH und die Mitarbeiter des Kommunalen Job-Centers (KJC) sich direkt vor Ort über Produkte, Produktionsabläufe und Anforderungen an potenzielle Mitarbeiter zu informieren. Die gewonnenen Einblicke und Informationen sollen helfen, Kunden des Job-Centers in Erbach noch passgenauer und damit erfolgreicher an regionale Arbeitgeber zu vermitteln.

Und das Interesse an engagiertem Personal und Fachkräften ist auch bei der Firma Bechtold & Sohn groß. Einer Zusammenarbeit mit dem AGPS und dem KJC steht man deshalb offen gegenüber. Dies wurde durch die große Teilnahme am Termin seitens des Unternehmens unterstrichen. Neben dem Geschäftsführer Wolfgang Bechtold und Betriebsleiter André Bechtold waren auch Mitarbeiter aus den Bereichen Personal, Vertrieb und Controlling anwesend. So konnten Informationen aus erster Hand und aus verschiedenen Unternehmensbereichen weitergegeben und ein noch genaueres Bild davon gezeichnet werden, auf welche Voraussetzungen bei der Personalauswahl Wert gelegt wird.

Der Kreisbeigeordnete des Odenwaldkreises und Beauftragter für Arbeit und Soziale Sicherung, Michael Vetter, war ebenfalls zum Arbeitgeberbesuch gekommen und brachte das aktuelle Thema der Integration von Flüchtlingen im Odenwaldkreis in die Gesprächsrunde ein. Denn auch hier wird zukünftig die Zusammenarbeit zwischen regionalen Unternehmen, dem AGPS und dem Kommunalen Job-Center noch stärker gefragt sein.

„Der AGPS beschäftigt sich zunehmend mit der Vermittlung von Flüchtlingen - die im Rechtskreis der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB-II) angekommen sind - an regionale Unternehmen. Meist sind hier Praktika erste und wichtige Schritte, um die Parteien zusammenzubringen, eventuelle Berührungsängste abzubauen und Potenziale zu erkennen. Dies gilt allerdings für all unsere Kunden, für die wir aktiv sind“, so Thorsten Beyerlein vom Arbeitgeber- und Personalservice.

Diese Herangehensweise unterstreicht auch Betriebsleiter André Bechtold: „Uns ist bei der Personalsuche immer wichtig, den Menschen und seine Fähigkeiten in der Praxis kennenzulernen. Herkunftsland, Alter oder Schulnoten sind untergeordnete Kriterien bei der Mitarbeiterwahl. Der Mensch muss zu unserem Unternehmen passen.“

Trotzdem wird es immer schwieriger Personal zu finden, das die nötigen Erfahrungen mitbringt oder sich für eine Ausbildung zum „Verfahrensmechaniker Kunststoff“ interessiert. Dabei ist dieser Berufszweig durchaus ein sehr anspruchsvoller und spannender. Produkte die im Blas- oder Spritzgussverfahren hergestellt werden, finden Einsatz in den unterschiedlichsten Branchen. So produziert Bechtold & Sohn u.a. für Unternehmen der Automobil- und Pharmaziebranche.

Kunden aus diesen Bereichen erwarten ein hohes Maß an Qualität, Engagement und eine schnelle Umsetzung ihrer Anfragen. Deshalb ist der Einsatz erfahrener Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb gängige Praxis. „Leider fehlt es häufig an der Bereitschaft im Schicht-Betrieb zu arbeiten, was auch direkten Einfluss auf die Anzahl der Bewerbungen für diese Ausbildungsplätze hat“, erklärt Betriebsleiter Bechtold.

Zudem ist meist mehrjährige Erfahrung nötig, um beispielsweise Maschinen exakt einzustellen oder für eine neue Produktionsreihe vorzubereiten. Mitarbeiter 50plus, die aus der Kunststoffverarbeitung oder einer verwandten Fachrichtung wie zum Beispiel dem Maschinenbau kommen, sind deshalb gern gesehene Bewerber.

Auch hier ist man bei den Ansprechpartnern des AGPS und Kommunalen Job-Centers richtig. „Bei Anfragen von Unternehmen, die Mitarbeiter mit einer gewissen Berufs- und Lebenserfahrung suchen, arbeiten wir vom Team 50plus eng mit unseren Kollegen vom AGPS zusammen und haben damit in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen gemacht“, berichtet Cornelia Wind, Teamleiterin 50plus im Kommunalen Job-Center. „Es ist immer wieder schön zu erleben, wenn Unternehmen und Arbeitsuchende erfolgreich zusammengebracht werden können. Arbeitgeberbesuche unterstützen dabei sehr und geben wertvolle Hinweise für die Vermittlung in Arbeit“, unterstrich Mirko Liebig vom AGPS diese Aussage.

Interessierte Arbeitgeber finden geeignete Auszubildende und Mitarbeiter über den Arbeitgeber- und Personalservice des Kommunalen Job-Centers Odenwaldkreis, in Kooperation mit der InA gGmbH - Integration in Arbeit. Kontakt: Tel.: 06062 70-3932 oder E-Mail: arbeitgeberservice@odenwaldkreis.de

64711 Erbach, 29.09.2016, Jana Brendel, Öffentlichkeitsarbeit der InA gGmbH



19.09.2016 - Jungem Syrer stehen Tür und Tor offen

Dieter Tien, Geschäftsführer der Huth GmbH, Alaadin Abu Zaher und Erika Kollmann vom KCA-Jobcenter

Main-Kinzig-Kreis

Gelnhäuser Firma Huth stellt Flüchtling als Servicetechniker ein

Kaum eine halbe Seite beträgt der schmucklose Lebenslauf von Alaadin Abu Zaher. Knappe biografische Angaben aus seiner syrischen Heimat und die ehrliche Selbsteinschätzung, dass seine Deutschkennnisse noch Luft nach oben haben. Damit das Interesse eines Arbeitgebers zu wecken ist ziemlich aussichtslos, das weiß auch Erika Kollmann, die sich beim Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit um die Vermittlung von Flüchtlingen kümmert. Da sie aber um Abu Zahers großes Geschick im Umgang mit Metall weiß, greift sie zu einer ungewöhnlichen Maßnahme, als sie den 32jährigen der Firma Huth Tore in Gelnhausen Hailer vorstellt. Sie schickt einfach zahlreiche Fotos von handgeschmiedeten Toren, Zäunen und Fenstergittern mit, die der junge Mann in handwerklicher Perfektion geschaffen hatte. Dieter Tien, Geschäftsführer bei Huth, ist sofort begeistert und gibt dem Flüchtling eine Chance in seinem Fachbetrieb. Huth fertigt, vertreibt und verbaut seit über vierzig Jahren unter anderem Haustüren, Garagen-, Hof- und Industrie-Tore sowie Vordächer im Rhein-Main-Gebiet und in Thüringen. Alaadin Abu Zaher ist als Servicetechniker eingestellt und montiert gemeinsam mit Kollegen die verschiedenen Produkte der Firma Huth vor Ort beim Kunden. „Einen Flüchtling einzustellen, ist eine Herausforderung“, stellt Huth-Chef Tien klar. „Man darf das als Arbeitgeber nicht unterschätzen, vor allem die Sprachbarrieren aber auch die kulturellen Unterschiede fordern von beiden Seiten Geduld, Toleranz und Einfühlungsvermögen.“ Aus diesem Grund begleitet KCA-Fachfrau Kollmann Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach Start der Beschäftigung weiter engmaschig. „Wir unterstützen mit Rat und Tat“, so Kollmann. Im Fall von Alaadin Abu Zaher finanziert das Jobcenter den deutschen Führerschein. Denn ohne den wird er zukünftig nicht selbstständig auf Montage fahren können. Da er bereits in Syrien Auto gefahren ist, geht es mehr um die Umgewöhnung auf die deutschen Verkehrsverhältnisse. Die Kosten sind überschaubar.

„Natürlich wägen wir bei jeder Investition immer sorgfältig ab, ob sie sinnvoll und angemessen ist“, betont Michael Krumbe, Vorstand des KCA-Jobcenters, der weiter hervorhebt: „Sämtliche uns zur Verfügung stehenden Förderinstrumente setzen wir selbstverständlich ebenfalls für Arbeitssuchende ohne Fluchthintergrund ein.“

Bei Huth blickt man optimistisch in die Zukunft. Im täglichen Umgang mit den Arbeitskollegen verbessern sich Abu Zahers Sprachkenntnisse zügig. Seine fachliche Eignung hat er bereits unter Beweis gestellt, sodass ihm alle Türen offenstehen.

Arbeitgeber, die ebenfalls daran interessiert sind, Flüchtlinge einzustellen, erreichen Erika Kollmann unter erika.kollmann@kca-mkk.de | 06051-9741-41910 | 0171-9791897.



16.09.2016 - Arbeitgeberbesuch bei der Gemeinde Lützelbach

Zufriedene Gesichter bei allen Beteiligten nach erfolgreicher Zusammenarbeit zur Integration in Arbeit: (v.l.n.r.) Mirko Liebig (AGPS), Patrick Beck und Cornelia Wind (Kommunales Job-Center), Uwe Olt (Bürgermeister der Gemeinde Lützelbach), Laszlo Varga (Mitarbeiter Bauhof - Gärtnereikolonne), Helmut Weihrauch (Bauhofleiter), Stephan Amend ( Bauamtsleiter) und Tim Löffler (AGPS)

Odenwaldkreis

Aus Arbeitnehmerüberlassung wird festes Beschäftigungsverhältnis, Arbeitgeber- und Personalservice der InA gGmbH vermittelt erfolgreich an Bauhof der Gemeinde Lützelbach

Arbeitsuchende Personen aus dem Rechtskreis SGB II und potenzielle Arbeitgeber der Region zusammenzubringen, ist das tägliche Geschäft der Mitarbeiter des Arbeitgeber- und Personalservice (AGPS) der InA gGmbH. Dabei hat sich über die Jahre ein weitverzweigtes Netzwerk aufgebaut. Doch nicht nur auf regelmäßige Kontakte zu regional ansässigen Wirtschaftsunternehmen kann bei der Suche nach passenden Arbeitsplätzen für die Kunden zurückgegriffen werden, auch Institutionen oder Gemeinden können das Leistungsspektrum des AGPS in Anspruch nehmen. Gerade wenn es darum geht, saisonale Engpässe im Personalbereich oder krankheitsbedingte Ausfälle kurzfristig zu überbrücken, bietet sich die Unterstützung durch externe Stellen, wie dem AGPS, an.

Dass aus einer solchen kurzfristigen Arbeitnehmerüberlassung ein festes Angestelltenverhältnis werden kann, zeigt sich am Beispiel der gelungenen Vermittlung eines Mitarbeiters an die Gemeinde Lützelbach. Zur Überbrückung personeller Engpässe war Herr Varga zum Bauhof Lützelbach gekommen und konnte dort, durch seine Einsatzbereitschaft und positive Arbeitseinstellung überzeugen. Ein Grund, warum sich Bürgermeister Uwe Olt und Bauamtsleiter Stephan Amend bei der notwendigen Abstimmung mit dem Gemeindevorstand für die Übernahme von Herrn Varga eingesetzt haben.

„Gerade im Bereich des Bauhofs ist oftmals mit starken, saisonal bedingten Schwankungen beim Personalbedarf zu rechnen und es müssen kurzfristig Lösungen gefunden werden, um den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten. Die Unterstützung durch eine temporäre Arbeitnehmerüberlassung kann sich da anbieten. Trotzdem sind wir immer bestrebt, potenziellen Mitarbeitern eine langfristige Perspektive zu bieten. Dass wir dies im Fall von Herrn Varga, der viel Engagement gezeigt hat und die notwendigen Fähigkeiten mitbringt, über den indirekten Weg der Arbeitnehmerüberlassung geschafft haben, freut uns sehr.“, erklärt Bürgermeister Olt.

Jedes Unternehmen stellt unterschiedliche Anforderungen an seine Mitarbeiter. So sind gerade im Bereich des Bauhofs körperliche Belastbarkeit und spezielle Zusatzerfahrungen wie beispielweise der Führerschein der Klasse C gefragt. „Da wir unsere Kunde und deren Qualifikationen, aber auch die Wünsche der Arbeitgeber sehr gut kennen, haben wir die besten Voraussetzungen, eine erfolgsversprechende Vorauswahl möglicher Kandidaten treffen zu können. Über die individuelle Arbeitnehmerüberlassung oder die Vermittlung von Probearbeiten besteht für beide Seiten dann die Möglichkeit herauszufinden, ob die Anforderungen an die angestrebte Stelle erfüllt werden können und ob man persönlich zueinander passt.“, bestätigt Mirko Liebig vom Arbeitgeber- und Personalservice. Auch im Fall von Herrn Varga führten dieses Vorgehen sowie die unkomplizierte und unbürokratische Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Lützelbach und den Mitarbeitern des AGPS zu einem für alle Beteiligten optimalen Ergebnis.

Interessierte Arbeitgeber finden geeignete Auszubildende und Mitarbeiter über den Arbeitgeber- und Personalservice des Kommunalen Job-Centers Odenwaldkreis, in Kooperation mit der InA gGmbH - Integration in Arbeit. Kontakt: Tel.: 06062 70-3932 oder E-Mail: arbeitgeberservice@odenwaldkreis.de



28.06.2016 – Edle Speisen – edle Haltung

Hanimi Seyitoglu (ganz rechts) und Erika Kollmann (mitte) mit Mitarbeitern von Rothmann´s Grill & Wine und des KCA-Jobcenters

Main-Kinzig-Kreis

Maintaler Steakhaus engagiert sich für Flüchtlinge

Rothmann´s Grill & Wine hat sich seit seiner Eröffnung im Mai 2015 mit der Kombination von rustikalem Chic und gehobener Grillküche als exklusive Adresse am Maintaler Bootshafen etabliert. Allerdings waren die Fußstapfen auch groß, denn an gleicher Stelle residierte jahrzehntelang das Sterne-Restaurant Hessler. Dass es bei Rothmann´s aber nicht nur darum geht, die anspruchsvolle Kundschaft kulinarisch zu verwöhnen, sondern zusätzlich einen sozialen Beitrag zu leisten, belegt das Engagement für Flüchtlinge. Geschäftsführerin Hanimi Seyitoglu kam selbst als Kind nach Deutschland. Daher war sie auch offen, als das Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) ihr vorschlug jungen Flüchtlingen eine Chance zu geben. Das KCA fährt an seinem Maintaler Standort ein Projekt für anerkannte Asylberechtigte, die unter 35 Jahre alt sind. Ziel bei „Fit für die Ausbildung“ ist es, diese Personengruppe in hoher Intensität persönlich zu beraten und ihnen einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu erschließen – zum Teil finanziert durch Mittel des Europäischen Sozialfonds. Einer der Projektteilnehmer ist Mohamed Baker. Der Kurde Baker blickt auf eine spannende berufliche Laufbahn in seiner Heimat zurück. Zehn Jahre lang war er Mitglied der syrischen Fußball-Nationalmannschaft. Nach seiner Flucht schlug er sich mit verschiedenen Aushilfsjobs in Küchen und Imbissen durch, dabei ist er eigentlich gelernter Barkeeper. Ein Talent, welchem ihm bei Rothmann´s einen festen Platz in der Belegschaft gesichert hat. Seine Chefin, die aus dem türkischen Teil Kurdistans stammt, legt großen Wert darauf, dass er und seine ebenfalls kurdisch stämmigen Kollegen konsequent deutsch am Arbeitsplatz sprechen. „Nur in der größten Hektik oder wenn Missverständnisse drohen, mache ich eine Ansage auf Kurdisch“ so Seyitoglu. Die Regeln sind streng: Wer nicht gut deutsch spricht und versteht, darf nicht in den direkten Kontakt zum Gast treten. „Arbeitgeber wie Frau Seyitoglu sind für uns ein Sechser im Lotto“, freut sich Erika Kollmann, vom KCA-Jobcenter. „Sie ist kulturell aufgeschlossen aber setzt auch resolut Grenzen und nur so kann Integration funktionieren.“

 „Ich möchte gerne noch mehr Arbeitgeber in der Region ermuntern, anerkannte Flüchtlinge einzustellen“, wirbt Michael Krumbe, Vorstand des KCA-Jobcenters. Er ergänzt: „Natürlich ist das nicht immer einfach und es klappt auch nicht in jedem Fall – aber wenn auf allen Seiten realistische Erwartungen herrschen, dann schaffen wir es als Jobcenter in der Regel auch, mögliche Hürden aus dem Weg zu räumen.“ Interessierte Unternehmen berät das KCA gerne persönlich. Erika Kollmann ist erreichbar unter erika.kollmann@kca-mkk.de | 06051-9741-41910 | 0171-9791897.



18.04.2016 - Mit Durchhaltewillen zum Traumjob

(v.l.) Ute Nagler, Kirstin Trute und Patricia Richter

Main-Kinzig-Kreis

Schon von weitem klingt durch die quietschbunte Tür fröhliches Juchzen, das Trappeln kleiner Füße – ab und an durchbrochen von dem unvermeidlichen Heulen, wenn sich wieder ein Steppke lang gelegt hat. Der Arbeitsplatz von Kirstin Trute ist nichts für Ruhesuchende. Doch für die Erzieherin ist der Kindergarten Spatzennest in Bad Soden-Salmünster Romsthal die Erfüllung eines Lebenstraums. Schon immer wünschte sich die gebürtige Thüringerin, mit Kindern zu arbeiten. Man sieht der freundlichen Frau nicht an, wie lang und beschwerlich der Weg dahin war. Als gelernte Verkäuferin schlug sie sich zunächst viele Jahre in wechselnden Beschäftigungen durch. Schwierige Arbeitszeiten und schlechte Verdienstmöglichkeiten machten es ihr spätestens nach der Geburt ihrer Tochter unmöglich, davon den Lebensunterhalt zu bestreiten. Am Ende ging es nur noch mit Arbeitslosengeld II. Zu ihrem Glück fand Trute in ihrer Fallmanagerin Ute Nagler beim Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) eine fordernde aber auch verständnisvolle Ansprechpartnerin, die das Potential der 43jährigen erkannte. Ein dreiwöchiger Orientierungskurs bei der Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) in Gründau Rothenbergen verlieh der Arbeitssuchenden den Mut und die Entschlossenheit, das scheinbar Unmögliche noch anzupacken: Nach Jahrzehnten den lang gehegten Berufswunsch zu verwirklichen. KCA-Fallmanagerin Nagler vermittelte ihr zunächst eine gemeinnützige Arbeitsgelegenheit in Romsthal, die dortige Einrichtungsleiterin, Patricia Richter, war von Anfang an bereit, Kirstin Trute auf ihrem Weg zu unterstützen. Die wollte sich nämlich nicht lange mit diesem Status begnügen, sondern strebte schon nach kurzer Zeit die berufsbegleitende, dreijährige Ausbildung zur Erzieherin an der Vogelsbergschule in Lauterbach an. Nagler war zunächst skeptisch: „Frau Trute musste die Betreuung ihrer Tochter regeln und neben der Arbeit im Spatzennest teilweise bis zu fünf Mal wöchentlich die beschwerliche Fahrt nach Lauterbach auf sich nehmen“, hinzu kamen dann noch Wochenendseminare und weitere Verpflichtungen. Doch Kirstin Trute konnte mit ihrer Entschlossenheit alle Zweifel zerstreuen, sodass das Jobcenter ihr mit Fahrtkostenzuschüssen und der Übernahme der Schulgebühren den Weg frei räumte. „Ich wusste, ich kann das durchhalten“, so die Bad Soden-Salmünsterin: „Aber ohne die Unterstützung von Frau Nagler und Frau Richter hätte ich das nicht gepackt.“ Ihr Arbeitgeber war mit ihr so zufrieden, dass er sie unmittelbar nach Ende der Ausbildung mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag übernahm – sie darf gerne bis zur Rente bleiben.

„Frau Trute hat sich mit ihrem Durchhaltewillen selbst belohnt“, ist auch Grit Ciani überzeugt. Ciani ist Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) des KCA-Jobcenters. Gerade Frauen mit familiären Verpflichtungen seien noch viel zu häufig in geringfügigen Beschäftigungen gefangen, so Ciani. „Betroffene bleiben in der Regel dann abhängig von staatlichen Transferleistungen und am Ende droht die Altersarmut“, weiß die KCA-Expertin. Dass es aber auch anders gehe, belege eindrucksvoll der Fall von Kirstin Trute. „Sie ist jetzt eine begehrte Fachkraft und hat auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft hervorragende Perspektiven.“ Grit Ciani berät Unternehmen und Arbeitssuchende im Arbeitslosengeld-II-Bezug gerne über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Teilzeitausbildungen oder auch die Fördermöglichkeiten des KCA-Jobcenters. Sie ist erreichbar unter 06051-9741-41710, grit.ciani@kca-mkk.de.



29.02.2016 - Theorie und Praxis in Einklang bringen

(v.l.) Matthias Pahl, Winfried Langer und Carola Auth

Main-Kinzig-Kreis

Studienabbrecher schafft den beruflichen Neustart als Mechatroniker für Kältetechnik

Ein Ingenieursstudium der Verfahrenstechnik mit den Schwerpunkten Kern- und Umwelttechnik – das klingt eher nach glänzenden beruflichen, finanziellen und sozialen Perspektiven als nach Arbeitslosengeld II. Dass Matthias Pahl der Gang ins Jobcenter dennoch nicht erspart blieb, ist das Ergebnis einer langen Kette ungünstiger Fügungen: Der Hanauer erkrankte kurz vor Abschluss seines zehnjährigen Studiums. Nach langwieriger Genesung stellte sich plötzlich die Universität quer. Zwischenzeitlich war seine Fachrichtung aus dem Programm genommen worden und auch der Wechsel an eine andere Hochschule erwies sich als Sackgasse. So verdingte sich der 36jährige trotz seiner erheblichen technischen Vorbildung notgedrungen als ungelernte Hilfskraft in verschiedenen Laboren und Forschungseinrichtungen. Für einen festen Job galt er wahlweise als überqualifiziert auf Grund seines tiefen Know-hows oder als unterqualifiziert in Ermangelung eines Studienabschlusses.

Ein Dilemma das erst Winfried Langer, Arbeitsvermittler beim Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit, auflösen konnte: „Herr Pahl steckte in einer klassischen Zwickmühle, die vielen Studienabbrechern droht.“ Im Jobcenter-Alltag liefen die Betroffenen Gefahr, durchs Raster zu fallen, da das Gros der Arbeitsuchende sehr viel geringere fachliche und berufliche Voraussetzungen mitbrächte, erklärt Langer. Pahl war bereit für einen radikalen Neuanfang und so konnte KCA-Mann Langer ihm einen Ausbildungsplatz als Mechatroniker für Kältetechnik vermitteln. Der Offenbacher Traditionsbetrieb Dieter Auth Klima- und Kältetechnik scheute vor dem vergleichsweise hohen Alter nicht zurück, nachdem Pahl sein Können und seine Leistungsbereitschaft in einem Praktikum unter Beweis gestellt hatte. Dabei war klar, dass er unter den insgesamt sieben Azubis des Familienunternehmens keine Sonderrolle genießen würde. „Herr Pahl fügt sich sehr gut in unser Team ein“, lobt Carola Auth, Prokuristin und Ehefrau von Inhaber Andreas Auth. Von den Gesellen kämen einstimmig positive Rückmeldungen und seine besonderen Kenntnisse wären häufig sehr wertvoll.

Das Unternehmen, das bereits seit 40 Jahren am Markt besteht, beliefert und betreut vorrangig gewerbliche aber auch private Kunden – etwa mit Wärmepumpen, Kühlsystemen oder Lüftungsanlagen. Neben technischem Verständnis verlangt der Job Schwindelfreiheit – Reparaturen und Wartungen finden oft in großen Höhen statt – sowie zeitliche Flexibilität. „Im Sommer haben wir Urlaubssperre“, erklärt Auth. Bei technischen Störungen geht es um jede Minute. „Wenn beispielsweise die Schalträume einer Müllverbrennungsanlage nicht mehr gekühlt werden, fährt die gesamte Anlage runter, was erhebliche Kosten nach sich zieht“, so die Chefin. Mit den besonderen Anforderungen seines Berufes kommt Pahl sehr gut zurecht und auch die Berufsschule stellt ihn erwartungsgemäß vor keine großen Hürden. Aber er räumt schmunzelnd ein: „Zwischen Theorie und Praxis öffnet sich zuweilen doch eine Lücke, die es zu schließen gilt.“

„Das Beispiel von Herrn Pahl zeigt eindrucksvoll, wie verschieden die Menschen und ihre Voraussetzungen im Arbeitslosengeld-II-Bezug sind“, erläutert Michael Krumbe, Vorstand des KCA-Jobcenters. Man könne nicht alle Arbeitsuchenden über einen Kamm scheren, deshalb verfolge sein Haus auch den Ansatz, jeden so individuell und persönlich zu betreuen wie möglich. „Denn dass Talente wie Herr Pahl mit ihrem Können für unseren Arbeitsmarkt verloren gehen, können wir uns nicht leisten!“ mahnt Krumbe.



29.01.2016 - „Kein Zuckerschlecken“

(v.l.) Britta Zeus und Tobias Michel

Main-Kinzig-Kreis

Ehemaliger Arbeitsloser beweist sich bei C & H Kanalservice Schlüchtern

Nein – es ist kein Rosenduft, der einem aus dem offenen Kanaldeckel auf dem Schlüchterner Marktplatz entgegenschlägt. Aber davon lässt sich Tobias Michel nicht abschrecken. Beherzt steigt er in den dunklen Schacht ab und befreit den Kanal von angeschwemmtem Unrat. Rosig ist auch nicht der Blick auf seinen Lebenslauf: Förderschulen, Minijobs und immer wieder längere Phasen der Arbeitslosigkeit. Für Britta Zeus, Arbeitsvermittlerin beim Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit, keine leichte Aufgabe, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und für den gebürtigen Offenbacher eine passende Stelle zu suchen.

Diese fand sie schließlich beim C & H Kanalservice Schlüchtern. Das Einsatzspektrum des jungen Unternehmens, das 2015 aus einer Insolvenz hervorgegangen war, reicht von Kanalreinigung und -sanierung, Dichtheitsprüfungen bis hin zu Sinkkastenentleerungen – auch ein 24-Stunden-Notdienst gehört dazu. Geschäftsführer Uwe Hoyer macht aus seiner anfänglichen Skepsis keinen Hehl: „Der Job ist kein Zuckerschlecken, wir müssen richtig ranklotzen bei jedem Wetter und zur Not auch bei Tag und Nacht, da hat schon mancher das Handtuch geworfen.“ Michel musste von Tag eins an beweisen, dass er dem gewachsen war. Und das ist ihm gelungen. „Egal wie hart oder schmutzig eine Arbeit ist – der Tobias packt ohne zu murren an. Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft passen bei ihm zu hundert Prozent“, lobt sein Chef. Null Fehltage, keine einzige Verspätung, und das obwohl der 33jährige jeden Tag mit Fahrrad und Bahn von seinem Wohnort Steinau nach Schlüchtern fährt. So eine Entwicklung erlebt auch KCA-Frau Zeus nicht jeden Tag: „Ich freue mich, dass bei Herrn Michel der Knoten geplatzt ist.“ Sein nächstes Projekt ist der Führerschein. Ohne den kann er nicht selbstständig zu Arbeitseinsätzen fahren. Nimmt er noch diese letzte Hürde, dann wartet am Ende doch eine rosige Zukunft auf ihn.



26.01.2016 - Syrerin findet ihre Berufung in der Altenpflege

(v.l.) Jürgen Schäfer, Andera Alahmad und Anke Schweikert

Main-Kinzig-Kreis

Simmler freut sich über gelungene Integration

Massiv erstreckt sich im sogenannten „Wohnzimmer“ des Pflegeheimes Bellings die meterlange Schrankwand aus dunkler Eiche. Davor schwere Sitzmöbel, die Kissen senfgelb bezogen. Was auf den ersten Blick wie eine Wohnlandschaft aus der Nachkriegszeit wirkt, unterliegt einem durchdachten Konzept. „Ältere Menschen fühlen sich in einer vertraut wirkenden Umgebung wohler“, erklärt Anke Schweikert, die Pflegedienstleiterin der Steinauer Einrichtung. Hier legt man Wert darauf, den Bewohnerinnen und Bewohnern ein würdevolles und gutes Leben zu ermöglichen. Ein Ansatz, den der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) bei der jüngsten Überprüfung mit der Bestnote 1,0 würdigte. Die größte Herausforderung für ein Pflegeheim besteht heute nicht mehr darin, alle Betten zu belegen – die Nachfrage übersteigt häufig das Angebot. Zentral ist vielmehr, zuverlässiges und geeignetes Personal zu gewinnen. Auch hier ist das 2012 eröffnete Haus gut aufgestellt. Eine der Mitarbeiterinnen ist Andera Alahmad. Die kurdische Syrerin flüchtete 2013 mit ihrem Mann und den drei Kindern aus der vom Bürgerkrieg zerrütteten Heimat. Die ganze Familie arbeitet seitdem fleißig daran, sich schnell und gründlich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Der älteste Sohn absolviert eine Ausbildung als Anlagenmechaniker, die Tochter und der zweite Sohn drücken die Schulbank. Alle drei sprechen inzwischen fließend deutsch. Auch der Familienvater hat nach anfänglicher Arbeitslosigkeit eine Stelle als Sozialarbeiter gefunden.

Andera Alahmad ist gelernte Laborantin. In diesem Beruf waren die Aussichten im Bergwinkel allerdings schlecht, weiß Jürgen Schäfer, Arbeitsvermittler beim Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA): „Die Anerkennung des Berufsabschlusses ist kompliziert und in der Region fehlt es auch an geeigneten Stellen.“ Stattdessen schlug er der 44jährigen eine Tätigkeit als Pflegehelferin vor. Der Umgang mit älteren Menschen bereitet ihr große Freude. Bei der nicht immer leichten Arbeit mit Pflegefällen hilft ihr auch ihr kultureller Hintergrund. In der Heimat sei es völlig normal, gebrechliche und alte Angehörige selbst zu versorgen, erklärt die Kurdin. Zu Beginn ihrer Tätigkeit, als die Deutschkenntnisse noch nicht so sattelfest waren, war es nicht immer einfach, einen Zugang zu den Bewohnern zu finden. „Die Menschen merken aber schnell, wie herzlich und freundlich Frau Alahmad mit ihnen umgeht“, lobt Anke Schweikert.

„Stark!“ So bringt die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler ihre Freude über den Fall von Familie Alahmad auf den Punkt. „Im Moment ist viel die Rede von Integrationsbereitschaft und wie wichtig Spracherwerb und Berufstätigkeit sind, um in Deutschland anzukommen und akzeptiert zu werden“ resümiert Simmler, die auch Vorsitzende des KCA-Verwaltungsrates ist. Frau Alahmad und ihre Familie machten Mut und hätten Vorbildcharakter, so die Vize-Landrätin. „Integration gelingt dann, wenn beide Seiten sich anstrengen.“



20.11.2015 - KCA-Erfolgsgeschichte Congenial

(v.l.) Stephanie Blitz, Grit Ciani und Branka Kramaric

Main-Kinzig-Kreis

Simmler lobt Gelnhäuser Ausbildungsbetrieb und wirbt für Teilzeit-Ausbildung

Teilzeit-Ausbildung – was bei manchen Arbeitgebern noch Skepsis hervorruft, hält Grit Ciani für den Schlüssel, um alleinerziehenden Müttern und Vätern eine berufliche Perspektive aufzuschließen. Als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt beim Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) setzt sie sich für Fairness und Gleichberechtigung im Erwerbsleben ein. Sie informiert Unternehmen über familienfreundliche, flexible Arbeitszeit- und Ausbildungsmodelle und wirbt mit deren Vorteilen.

Beim Gelnhäuser Beratungsunternehmen congenial coaching und consulting war allerdings keine Überzeugungsarbeit notwendig. Firmeninhaberin Branka Kramaric sprach Ciani aktiv an, mit der Bitte ihr eine Teilzeitauszubildende zu vermitteln. „Ich war selbst erwerbstätige, alleinerziehende Mutter und hatte damals das große Glück, dass ich mir eine Führungsposition mit einer Kollegin teilen konnte“, erklärt Kramaric, die sich unter anderem in der Bundesarbeitsgemeinschaft berufliche Perspektiven für Frauen engagiert. congenial begleitet Unternehmen bei Umstrukturierungsprozessen und berät dabei, die dort arbeitenden Menschen fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen. Immer wichtiger wird aber auch das Geschäftsfeld des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. "Wir unterstützen unsere Kunden mit einer breiten Palette von Beratungsleistungen zu Rehabilitation und Prävention, über Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen bis hin zu Führungskräfteentwicklung sowie interkulturellen Kompetenztrainings“ erklärt die Unternehmerin.

Mit Stephanie Blitz aus Steinau hatte Ciani die perfekte Kandidatin für congenial schnell gefunden. Die junge Mutter hatte bereits eine Ausbildung zur Floristin begonnen, war jahrelang in der Gastronomie tätig und arbeitete sich im Sicherheitsgewerbe zur Hundeführerin hoch. Doch als vor vier Jahren ihr Sohn geboren wurde, waren Nachtschichten und spontane Dienste für die Alleinerziehende nicht mehr möglich.

Bei congenial kann die 27jährige jetzt ihre Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement in 30 Stunden pro Woche absolvieren. Wobei sie die Berufsschule in vollem Umfang besucht und auch regulär nach drei Jahren ihren Abschluss ablegen kann. Für diese Chance ist die gebürtige Thüringerin dankbar: „Meine Chefin hat viel Verständnis, wenn der Kleine mal krank ist oder ich ihn früher aus der Kita abholen muss, kriegen wir das immer irgendwie hin.“ Branka Kramaric weiß im Gegenzug auch die Stärken ihrer Auszubildenden zu schätzen: „Eine alleinerziehende Mutter ist belastbar, flexibel und ein Organisationstalent – alles Qualitäten die man auch in unserem Beruf braucht.“

Die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, die als Vorsitzende des KCA-Verwaltungsrates auch für das Jobcenter verantwortlich zeichnet, freut sich über die gelungene Integration. „Ich würde mir wünschen, dass wir noch mehr Unternehmen für solche variablen Ausbildungsmodelle gewinnen“, so die Vizelandrätin. „Alleinerziehende Teilzeit-Auszubildende sind keine Azubis zweiter Klasse sondern bereichern ihre Betriebe unserer Erfahrung nach enorm. Häufig arbeiten sie viel zielstrebiger und effizienter als ihre Altersgenossen, eben weil sie auch im Privatleben ihre Frau und ihren Mann stehen müssen“, ist Simmler überzeugt. Wer mehr über Teilzeit-Ausbildungen und die Fördermöglichkeiten des KCA-Jobcenters erfahren möchte, kann sich gerne an Grit Ciani (06051-9741-41710, grit.ciani@kca-mkk.de) wenden.



09.05.2015 - Jobchance in der Schädlingsbekämpfung

(v.l.) KCA-Arbeitsvermittler Winfried Langer, Inhaber Gunther Weiß und Elli Sini

Main-Kinzig-Kreis

Frankfurter Unternehmen bietet Langzeitarbeitsloser aus Hanau eine neue Perspektive

Wenn Verstorbene erst nach Tagen oder Wochen in ihren Wohnungen gefunden werden; wenn in der Großbäckerei Ratten und Schaben fröhlich Urständ feiern – dann schlägt die Stunde des Schädlingsbekämpfers. Aber es geht längst nicht immer so dramatisch zu. „Heute steht die Prävention stärker im Fokus“ berichtet Gunther Weiß, Inhaber von WEISS Hygiene-Service. Die Anforderungen sind breit: Morphologische und entomologische Expertise – also das Wissen über Insekten und ihre Entwicklung – zählt ebenso dazu wie naturwissenschaftliche Kenntnisse, etwa um Gefahrstoffe korrekt dosieren zu können. Der Frankfurter Fachbetrieb blickt auf eine hundertjährige Tradition zurück. Die Geschäfte laufen gut, erst vor kurzem bezog das Unternehmen neue Räumlichkeiten in Bergen-Enkheim. Ein Grund für das stetige Wachstum: Lebensmittelproduzenten, Gastronomen aber auch private und gewerbliche Immobilienbesitzer sind zunehmend bereit, in Maßnahmen zu investieren, bevor ein Schädlingsbefall überhaupt entsteht. Ferner profitiert die Branche von der Globalisierung, denn immer neue Schadinsekten aus aller Herren Länder reisen als blinde Passagiere bei uns ein. Da brauchen selbst die Profis von Weiss Hygiene manchmal Unterstützung einer Biologin, um unbekannte Arten zu bestimmen. Insgesamt also ein spannendes und abwechslungsreiches Arbeitsumfeld. Das findet auch Elli Sini. Die 58jährige Hanauerin hält im Büro alle Fäden zusammen. Sie nimmt Aufträge an, koordiniert die Einsätze ihrer Kollegen oder bestellt Verbrauchsgüter nach. Bis zu ihrem persönlichen Traumjob war es für die Mutter einer erwachsenen Tochter aber ein langer Weg. Zwei Jahre zermürbende Jobsuche; hunderte erfolglose Bewerbungen. Dabei blickt Sini auf einen hervorragenden Lebenslauf zurück. Jahrzehntelange hat die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin für verschiedene renommierte Unternehmen in der Administration gearbeitet und dabei zunehmend Verantwortung getragen.

„Leider kein Einzelschicksal“ stellt Winfried Langer fest. Er ist Arbeitsvermittler beim Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) und hat Elli Sini betreut. „Arbeitssuchende über 50 haben es extrem schwer bei der Jobsuche. Oft wird ihre Bewerbung schon bei der ersten Durchsicht aussortiert“, ergänzt Michael Krumbe, Vorstand des KCA-Jobcenters: „Dabei sind das häufig fantastische Arbeitnehmer, die jedes Unternehmen bereichern.“ Grund genug für sein Jobcenter, sich besonders intensiv um ältere Arbeitslose zu kümmern.

Auch Unternehmer Weiss räumt ein, dass er Frau Sini aufgrund ihres Alters wohl keine Chance gegeben hätte, wenn KCA-Mann Langer nicht so vehement für sie geworben hätte. Nach dem ersten Kennenlernen war schnell klar, dass man gut zusammenpasst: „Elli ist verantwortungsbewusst, flexibel und leistungsbereit. Sie denkt mit und profitiert auch von ihrer langen Berufserfahrung.“ Bei so viel Lob vom Chef kann sich die kaufmännische Angestellte ein Tränchen der Rührung nicht verkneifen. Jegliche Bedenken, sie könne Berührungsängste mit der Branche ihres neuen Arbeitgebers haben, zerstreut sie leicht. Im Gegenteil sie würde gerne mal selbst bei einer Tatort-Reinigung dabei sein. Kein Problem. Ihr Chef verspricht ihr, dass sie beim nächsten Fall mit rausfahren darf.



12.05.2015 - Musterbeispiel für gelungene Integration

Mitarbeiter der Firma Rupp Dächer GmbH und des KCA-Jobcenters auf dem Firmengelände in Langenselbold.

Main-Kinzig-Kreis

Langenselbolder Firma Rupp Dächer GmbH und KCA-Jobcenter bieten zwei Flüchtlingen neue Heimat

Jeden Tag sehen wir die Bilder in den Nachrichten: Verzweifelte Menschen, zu hunderten in altersschwache Fähren und Fischkutter gepfercht. Sie lassen alles hinter sich, riskieren einen grausamen Tod und klammern sich an die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Freiheit und Sicherheit. Auch Ibrahim Ahmedin aus Eritrea wählte diesen gefährlichen Weg. Notgedrungen ließ der 29jährige seine Frau und die drei Kinder in der ostafrikanischen Heimat zurück, wo er als ehemaliger Zwangs-Soldat keine Perspektive mehr sah.

Anderer Kontinent, gleiches Schicksal: Der Syrer Aldin Khawam suchte mit seiner Familie ebenfalls das Heil in der Flucht. Aleppo, die Heimatstadt des 37jährigen, ist vom jahrelangen, blutigen Bürgerkrieg nahezu vollständig zerstört. Ein normales Leben ist für den Schmied dort undenkbar. Beide Männer verschlug es am Ende in den Main-Kinzig-Kreis. Nachdem ihr Aufenthaltsstatus geklärt war, kümmerte sich das Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) um sie. Beide einte der Wunsch, schnell eine Arbeit zu finden. Kein leichtes Unterfangen für Arbeitsvermittler Matthias Riedisser. Ahmedin spricht bislang kaum Deutsch und auch wenn Khawam sich bereits verständigen kann – ohne hier anerkannte Berufsausbildung sind die Aussichten auf dem regulären Arbeitsmarkt mau.

An der Stelle kommt Thomas Winkler ins Spiel. Winkler ist Inhaber der Firma Rupp Dächer GmbH aus Langenselbold. Lange schon trägt er sich mit dem Gedanken, sich sozial für andere zu engagieren. „Meine Zeit ist knapp bemessen, daran ist der Vorsatz immer gescheitert“, räumt er ein. Aber dann kommt ihm die Idee, sein Unternehmen für diesen Plan zu nutzen. Er nimmt Kontakt zum Jobcenter auf und bietet einen Arbeitsplatz gezielt für einen Flüchtling an. Riedisser zögert nicht lange und steuert erst Khawam ein – zunächst als Praktikant. Erfahren in der Metallverarbeitung bewährt sich der Syrer schnell. Vom Umgang mit seinen 30 Kollegen bei der Rupp Dächer GmbH profitieren seine Deutschkenntnisse stark. Und Arbeitsvermittler Riedisser kann die Firma Rupp Dächer GmbH überzeugen, auch dem Ostafrikaner Ahmedin eine Chance zu geben – die dieser zu nutzen versteht. Inzwischen sind beide Männer stolze Besitzer eines festen Arbeitsvertrages. Das Jobcenter sorgt mit umfassender Beratung und Förderung dafür, dass die Rahmenbedingungen passen. Für KCA-Mann Riedisser ist der Fall längst zur Herzensangelegenheit geworden. In seiner Freizeit begleitet er die zwei auf der Wohnungssuche und bei Gängen zu Banken und Behörden.

„Ein besseres Beispiel für eine gelungene Integration könnte ich mir nicht wünschen!“ Susanne Simmler, als Erste Kreisbeigeordnete auch für das Jobcenter des KCA verantwortlich, freut sich sichtlich. „Wir sprechen derzeit viel von Willkommenskultur und davon, dass wir uns als Gesellschaft für Migranten und Flüchtlinge öffnen müssen“, so die Vize-Landrätin. „Herr Winkler hat nicht nur geredet; er hat gehandelt und damit die Basis dafür geschaffen, das zwei Familien Krieg und Vertreibung überwinden und in unserer Region eine neue Heimat finden“, lobt sie das Engagement des Langenselbolder Unternehmers. Simmler hofft, dass das Beispiel der Firma Rupp Dächer GmbH Schule macht und auch andere Arbeitgeber im Main-Kinzig-Kreis diesem Vorbild folgen. Sie verspricht: „Von unserer Seite sichere ich alles an Unterstützung und Förderung zu, was wir leisten können.“

Winkler ist mit seinen neuen Mitarbeitern hochzufrieden. „Die wollen unbedingt arbeiten, das macht wett, was noch an Sprach- und Fachkenntnissen fehlt. Beide einzustellen war goldrichtig – da reicht mir ein Blick in ihre Augen.“



10.04.2015 - Charmanter Mechaniker mit Leib und Seele

(v.l.) Czeslaw Wieckowski, Inhaber Klaus Klatt und KCA-Arbeitsvermittlerin Kerstin Franz

Main-Kinzig-Kreis

KCA vermittelt 58-jährigen Polen in KFZ-Werkstatt

Der ölverschmierte Blaumann kann nicht darüber hinweg täuschen: Czeslaw Wieckowski ist ein Charmeur der alten Schule. Galant begrüßt der KFZ-Mechaniker Kerstin Franz mit einem Handkuss. Franz ist seine Arbeitsvermittlerin beim Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA). Sie hatte den gebürtigen Polen an die KfZ-Werkstatt Klatt in Hainburg vor den Toren Hanaus vermittelt. Wieckowski war es in den Jahren davor nie gelungen, eine dauerhafte Anstellung zu finden. Der 58-jährige hangelte sich von einem Gelegenheits-Job zum nächsten. „Leider haben es ältere Arbeitssuchende auf dem Markt immer noch schwer“, weiß Arbeitsvermittlerin Franz und ergänzt: „Bei Herrn Wieckowski kam hinzu, dass sein Berufsabschluss in Deutschland nicht anerkannt ist.“

Davon ließ sich Inhaber Klaus Klatt nicht abschrecken: „Ein Gesellenbrief zählt für mich nicht, wer den Beruf beherrscht, der beherrscht ihn eben.“ Wieckowski hat sich schnell in dem kleinen Werkstatt-Team eingelebt. „Hier herrschen noch die alten Gesetze, der Ton ist rau, da kann ich keine dünnhäutigen Leute gebrauchen“, stellt der mittelständische Unternehmer klar. Das Wieckowski seinen Beruf in den Siebzigern in Polen gelernt hat, erweist sich als unerwarteter Vorteil. Er selbst meint dazu: „Es gab oft keine Ersatzteile, da mussten wir uns zu helfen wissen.“ Genau dieses Improvisationstalent schätzt sein Chef an ihm: „Dem Czeslaw fällt immer eine Lösung ein, der kann noch richtig schrauben und arbeitet sehr bedacht. Halt wie ich; ein Mechaniker mit Leib und Seele.“

„Hohes Alter, ausbaufähige Sprachkenntnisse oder ein ausländischer Berufsabschluss darf kein KO-Kriterium für einen fähigen Arbeitnehmer wie Herrn Wieckowski sein“, findet Michael Krumbe, Vorstand Jobcenter des KCA: „Überall ist die Rede vom Fachkräftemangel – da ist es unsere Aufgabe als Jobcenter, gute Leute zu identifizieren und in die passende Beschäftigung zu vermitteln!“

Bei Wieckowski ist diese Rechnung voll aufgegangen. Voller Stolz präsentiert der Wahl-Hanauer die Fahrzeuge an denen er gerade arbeitet – mit großer Sorgfalt und ohne Hektik, ganz wie es seinem Naturell entspricht.



07.04.2015 - KCA fördert angehende Hotelfachfrau

Auch der Thekendienst an der Hotelbar zählt zu den Aufgaben Gül-Deniz Dinelt (mitte) im Arcadia-Hotel Hanau, neben ihr Geschäftsführer Markus Scheuenstuhl und Arbeitsvermittlerin Kerstin Franz.

Main-Kinzig-Kreis

Hotel- und Gaststättengewerbe bietet hervorragende Jobperspektiven

Berlin – dort zu leben und zu arbeiten ist der Traum von Gül-Deniz Dinelt. Ihre braunen Augen strahlen, wenn die 24-jährige von ihrem bevorzugten Einsatzort spricht. Bis es soweit ist, absolviert sie eine kooperative Ausbildung zur Hotelfachangestellten im Arcadia Hotel in Hanau. Kooperativ bedeutet, dass sie neben Arbeit und Berufsschule einen Tag in der Woche zu einem Bildungsträger geht, der sie bei ihrer Ausbildung begleitet und unterstützt. Möglich gemacht hat dies Kerstin Franz, Arbeitsvermittlerin beim Kommunalen Center für Arbeit – Jobcenter. „Frau Dinelt ist eine aufgeweckte und motivierte junge Frau“, so Franz, „aber sie hat im Arbeitsmarkt nicht richtig Fuß gefasst und brauchte Orientierungshilfe“. Die Deutsch-Türkin hatte nach ihrem Realschulabschluss diverse Praktika absolviert und war mehrere Jahre in der Systemgastronomie geringfügig beschäftigt. Eine dauerhafte Perspektive auf ein Leben ohne staatliche Transferleistungen erschloss sich ihr so nicht. Mit Blick auf die berufliche Vorgeschichte im Gaststättengewerbe nahm Arbeitsvermittlerin Franz Kontakt zum Arcadia Hotel in Hanau auf. Dessen Geschäftsführer Markus Scheuenstuhl hatte bereits einem Jugendlichen aus dem Arbeitslosengeld-II-Bezug eine Chance gegeben. „Ein lückenloser Lebenslauf oder die Noten im Abschlusszeugnis sind nicht alles, worauf es ankommt“, so Scheuenstuhl, viel wichtiger seien Freundlichkeit, sicheres Auftreten und Einsatzwillen. „Frau Dinelt bringt das alles mit, sie macht sich super“, lobt der Chef. In der Hotellerie sind schwierige Arbeitszeiten die Regel, aber daran hat sich die Hanauerin schnell gewöhnt. Den Kontakt mit internationalen Hotelgästen findet sie interessant: „Ich gehe gerne mit Menschen um, das macht für mich den Reiz dieses Berufes aus.“

„Wir wissen aus Gesprächen mit dem Hotel- und Gaststättenverband, dass in der Branche extremer Fachkräftemangel herrscht“, so Michael Krumbe, Vorstand Jobcenter des KCA. Er sieht daher gerade im sogenannten HoGa-Bereich exzellente Möglichkeiten für arbeitslose Menschen. Besonders Leistungsempfänger unter 25 Jahren liegen dem Jobcenter-Chef am Herzen: „Wenn junge Menschen den Berufsstart verpatzen, droht generationsübergreifende Arbeitslosigkeit, deswegen tragen wir in diesen Fällen besondere Verantwortung.“

Im Fall von Gül-Deniz Dinelt hat sich der Einsatz gelohnt. Sie ist inzwischen im zweiten Lehrjahr. Demnächst steht auch ein Einsatz in einem anderen Haus des Arcadia-Konzerns an. Und nach der Ausbildung? Ihr Wunschziel behält sie fest im Blick – Berlin.



18.03.2015 - Gemeinsam möglich machen

Ronneburgs Bürgermeister Andreas Hofmann, KCA-Arbeitsvermittler Christian Uebach und Klaus Urban
Main-Kinzig-Kreis
Ronneburgs Bürgermeister bietet Langzeitarbeitslosem eine berufliche Perspektive

Klaus Urban hat schwere Zeiten hinter sich. Über zwanzig Jahre war der 55jährige arbeitslos – das blieb nicht ohne gravierende Folgen für seine Gesundheit. „Menschen wie Herrn Urban eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen ist fast unmöglich“, räumt Christan Uebach ein. Er ist Arbeitsvermittler beim Kommunalen Center für Arbeit, dem Jobcenter des Main-Kinzig-Kreises. Fast unmöglich – denn am Ende gelingt es doch. Das ist nicht zuletzt dem Bürgermeister der Gemeinde Ronneburg, Andreas Hofmann, zu verdanken. „Für unseren Betriebshof hatten wir noch Bedarf an einer Arbeitskraft, die unsere Facharbeiter bei den einfacheren Routine-Tätigkeiten entlastet.“ Hofmann hatte keine Scheu auch einem erheblich eingeschränkten Langzeitarbeitslosen eine Chance einzuräumen. Der Ronneburger Rathauschef war bis zu seiner Wahl 2012 selbst Fallmanager im Kommunalen Center für Arbeit in Hanau. Dementsprechend groß war auch das Verständnis des SPD-Politikers: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass für manche Leistungsbezieher ein regulärer Job kaum erreichbar ist.“ Er möchte Urbans Einstellung aber nicht nur als soziales Engagement verstanden wissen: „Herr Urban ist ein zuverlässiger und guter Mitarbeiter. Er hat sich hervorragend in unserem kleinen Team eingelebt und geht den Kollegen vom Bauhof tatkräftig zur Hand.“ Urban pflegt die Grünanlagen der Kommune, leistet in der kalten Jahreszeit Winterdienst, hält Spielplätze in Stand und greift bei den Gemeindeeigenen Liegenschaften zum Pinsel. Zwanzig Stunden in der Woche streift er die orangene Bauhof-Kluft über. Dass es ihm dabei gut geht, merkt man ihm an: „Ich möchte mit meiner Geschichte anderen Mut machen. Du kannst es schaffen, egal wie tief Du drin steckst.“

Michael Krumbe, Vorstand des Jobcenters, verfolgt diesen Fall mit großem Interesse: „Zunächst freue ich mich natürlich sehr darüber, dass Bürgermeister Andreas Hofmann seine sozialen Wurzeln im KCA offensichtlich nicht vergessen hat.“ Urbans Schicksal belege eindrucksvoll, dass es auch bei scheinbar aussichtlosen Fällen einen Weg aus der Arbeitslosigkeit gebe könne, so Krumbe, wichtige Voraussetzung sei aber, dass die Motivation stimme.

Klaus Urban hat die Schatten seiner Vergangenheit hinter sich gelassen. Dass er inzwischen nicht mehr auf staatliche Transferleistungen angewiesen ist, erfüllt ihn mit Stolz. Nach Jahrzehnten ist er jetzt endlich unabhängig.




05.02.2015 - Auf Lehm gebaut

So wird’s  gemacht: Dieter Höfer (mitte) demonstriert Christian Uebach (links), wie Lehmunterputz fachgerecht aufgetragen wird – unter den Augen seines Chefs Tobias Goy.

Main-Kinzig-Kreis

Handwerker stellt mit Hilfe des KCA Langzeitarbeitslosen ein

Lehm ist der älteste Baustoff der Menschheit – bereits vor 9000 Jahren errichteten unsere Vorfahren daraus ihre Behausungen und noch heute wohnt ein Drittel der Weltbevölkerung in Lehmhäusern. Mit dem Siegeszug von Beton und Fertighauselementen ist Lehm hierzulande in Vergessenheit geraten. Aber mit der ökologischen Wende im Bausektor besinnen sich viele wieder zurück. Tobias Goy aus Nidderau erkannte diesen Trend und gründete 2009 seinen Lehmbaufachbetrieb „Wand und Form“. „Lehm ist dank seiner organischen Struktur nicht nur nachhaltig und umweltfreundlich, er speichert auch Wärme, ist atmungsaktiv, reguliert so den Feuchtigkeitsgehalt von Wohnräumen und ist zudem leicht in Stand zu setzen“, bringt Goy die Vorzüge seines Arbeitsmaterials auf den Punkt. Er restauriert nicht nur alte Fachwerkhäuser, Lehmdekorputze im Innenbereich bilden sein zweites Standbein. Die Auftragslage wurde mit jedem Jahr besser und irgendwann konnte der ehemalige Werkzeugmachermeister nicht mehr alles alleine schaffen. Aber er scheute sich noch davor, einen Mitarbeiter einzustellen: „Der Betrieb muss ja auch auf Dauer genug abwerfen, damit ich eine zweite Person finanzieren kann“, so Goy. Wenn er jemanden beschäftige, trage er auch Verantwortung für denjenigen, erklärt der großgewachsene Handwerker. Da sich im Lehmbau erst langsam feste Ausbildungswege herauskristallisieren, musste Goy seinen neuen Mitarbeiter auch erst anlernen. Um dieses Investitionsrisiko zu reduzieren und ihn gleichzeitig zu motivieren, einem Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben, sprang ihm Christian Uebach, Arbeitsvermittler beim Kommunalen Center für Arbeit, dem Jobcenter des Main-Kinzig-Kreises, zur Seite. Uebach ermöglichte Goy, mit einer monatlichen Eingliederungszahlung Dieter Höfer einzustellen. Höfer bezog seit 2012 Arbeitslosengeld II. Der 51jährige hatte zuvor erfolglos versucht als Hausmeisterhelfer auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und war nach einer Handverletzung lange außer Gefecht. Als gelerntem Maler und Lackierer kam ihm das Tätigkeitsfeld von „Wand und Form“ entgegen – das Material Lehm war allerdings völlig neu für ihn. Nach einer Probezeit war beiden Männern klar, dass Sie gut zusammenpassen und vor allem zusammenarbeiten. Inzwischen hat Höfer eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle. Das gefällt auch Arbeitsvermittler Uebach: „Wir haben Herrn Höfer zweieinhalb Jahren durch alle Höhen und Tiefen begleitet – jetzt hat er den perfekten Job gefunden.“

„In diesem Fall gibt es nur Gewinner“, freut sich Michael Krumbe, Vorstand des Jobcenters im KCA, „Wir haben Herrn Höfer aus der Langzeitarbeitslosigkeit geholfen und unterstützen damit einen mittelständischen Handwerksbetrieb“, so Krumbe, den auch die Aussicht freut, „dass in Zukunft noch mehr der prächtigen Fachwerkhäuser in unserer Region in neuem Glanz erstrahlen.“



12.01.2015 - Fachkräften den Rücken frei halten

Das neue Reich von Katharzyna Janus: Der Empfangstresen von Rübsam in Frankfurt. Neben ihr Niederlassungsleiter Roland Viet (rechts) und KCA-Arbeitsvermittler Winfried Langer.

Main-Kinzig-Kreis

Junge Polin überwindet Arbeitslosigkeit und setzt sich bei Fa. Rübsam Fachkräfte durch

„Sie ist für mich wie eine Tochter!“ Dass ein Vorgesetzter so von seiner Mitarbeiterin schwärmt, hat Arbeitsvermittler Winfried Langer in seiner langen Laufbahn beim Kommunalen Center für Arbeit (KCA) noch nicht gehört. Aber Roland Viet nimmt man ab, dass er den Satz ehrlich meint. Viet ist Leiter der Frankfurter Niederlassung des Personaldienstleisters Rübsam Fachkräfte aus Petersberg bei Fulda. Bei der von ihm so Gepriesenen handelt es sich um Katarzyna Janus, einer ehemaligen Langzeitarbeitslosen, die auf Langers Vermittlung den Einstieg bei Rübsam als Team-Assistentin geschafft hat.

Erhard Rübsam, der unlängst in Fulda zum Unternehmer des Jahres gekürt wurde, hat sich mit seinem Personaldienstleistungsunternehmen seit 25 Jahren darauf spezialisiert, ausschließlich technische Fachkräfte zu vermitteln; beispielsweise in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik, Kälte- und Klimatechnik, Schweißtechnik, Heizung-Sanitär- und Haustechnik. Die über 650 Mitarbeiter entwickelt Rübsam im unternehmenseigenen Weiterbildungszentrum sowie Schweißfachzentrum in ihren beruflichen Fähigkeiten mit hauptamtlichen Ausbildern weiter. „Wir sind keine klassische Zeitarbeitsfirma“, betont Viet. Bei Rübsam Fachkräfte biete man Tariflöhne auf Basis eines IG Metall Haustarifvertrages sowie Zusatzleistungen nach Qualifikationsstufen, unbefristete Arbeitsverträge und umfangreiche Sozialleistungen wie Zuschuss zur Kinderbetreuung und privater Altersvorsorge. Er ergänzt: „Wir wollen unsere Mitarbeiter halten und investieren stark in deren Know-How“. Der hiesige Fachkräftemarkt sei so gut wie abgegrast, deshalb öffne man sich stärker Richtung Osteuropa. Hier erwies sich die gebürtige Polin Janus als Glücksgriff. Die zweifache Mutter kam vor sieben Jahren nach Deutschland. Seit ihr Mann nach einem Unfall nicht mehr erwerbstätig ist, ist sie die Hauptverdienerin der Familie. Als gelernte Automechanikerin hat sie sich in der männerdominierten Welt von Rübsam schnell eingefunden und Respekt verschafft. „Dabei kam ihr auch ihre Wissbegierde und ihr Einsatzwillen zu gute“ lobt ihr Chef. Man sieht der Bruchköblerin an, dass sie sich mit ihrer neuen Herausforderung wohlfühlt: „Ich habe mich jahrelang mit Helfertätigkeiten und Gelegenheitsjobs durchgeschlagen – bei Rübsam habe ich endlich die Chance, zu zeigen, was in mir steckt.“ Die 34jährige betreut in der Frankfurter Niederlassung bis zu 100 Mitarbeiter wöchentlich in allen administrativen Angelegenheiten und unterstützt den Niederlassungsleiter. Sie nimmt Mitarbeiter- und Kundenanfragen entgegen, kümmert sich ums Bewerbermanagement und hilft auch in ihrer Muttersprache weiter, wenn bei einem polnischen Kollegen, die Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen.

„Ich habe selten erlebt, dass eine unserer ehemaligen Klientinnen sich so schnell bei ihrem neuen Arbeitgeber einlebt“, freut sich Langer. KCA-Vorstand Michael Krumbe fügt hinzu: „Rübsam Fachkräfte belegt eindrucksvoll, dass Zeitarbeit nicht immer mit prekären Arbeitsbedingungen einhergehen muss, sondern auch qualifizierte Personaldienstleistung auf Augenhöhe und hoher Mitarbeiterorientierung sein kann.“ Er wisse um den erheblichen Bedarf an Fachkräften auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Daher sei er froh, dass es seinem Haus gelungen ist, einen der zentralen Akteure in diesem Segment zu unterstützen, so Krumbe.



09.07.2014 - Frankfurter Spezialist für Reisegepäckreparaturen deckt Personalbedarf mit KCA

Cornelia Meyer-Jeran, Personalverantwortliche bei dolfi 1920, und KCA-Arbeitsvermittler Winfried Langer im Gepäcklager
Main-Kinzig-Kreis

Von der Marktlücke zum Erfolgsmodell

Abfertigungshalle am Flughafen: Nach einem langen Flug nur noch schnell den Koffer vom Gepäckband hieven und ab ins Hotel. Aber dann ist der Griff verbeult oder eine Rolle abgebrochen. Das passiert im Schnitt bei jedem einhundertsten Gepäckstück. Was für Reisende eine lästige Unannehmlichkeit darstellt, ist für Fluglinien ein erheblicher Kostenfaktor. Denn früher war es üblich, beschädigte Koffer und Reisetaschen einfach auszutauschen – selbst wenn nur der Zipper vom Reisverschluss kaputt war. In diese Marktlücke stieß vor neun Jahren Gal Zentner mit seinem Frankfurter Unternehmen dolfi 1920. Der gebürtige Israeli hat inzwischen Verträge mit fast 100 Fluglinien abgeschlossen und repariert beschädigte Gepäckstücke – von der einfachen Reisetasche über den Kinderwagen bis zum Transportbehälter für Waffen oder teure Sportausrüstungen. Im Schnitt 200 defekte Koffer kommen täglich an und werden möglichst noch am gleichen Tag wieder zurück an die Besitzer geschickt. „Wenn die Reparatur nicht mehr wirtschaftlich ist, tauschen wir das Produkt auch aus“ erklärt der 36jährige. Dafür lagert er tausende Koffermodelle aller bekannten Hersteller in den gängigsten Farben. Sein Unternehmen wuchs seit 2005 von zwei auf derzeit über 100 Mitarbeiter an europaweit vier Standorten. Dass er seinen ständigen Personalbedarf decken kann, verdankt er auch Winfried Langer, Arbeitsvermittler beim Kommunalen Center für Arbeit (KCA) des Main-Kinzig-Kreises, der ihm in den letzten Jahren über 20 neue Mitarbeiter vermittelt hat. Zentners Schwiegermutter Cornelia Meyer-Jeran, die sich um die Personalwirtschaft des aufstrebenden Mittelständlers kümmert, ist mit der Zusammenarbeit zufrieden: „Unser Team ist jung und sehr multikulturell, da unsere Kunden auf der ganzen Welt sitzen. Herr Langer versteht, welche Leute wir brauchen.“ Regelmäßig besucht der Arbeitsvermittler das Unternehmen in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs, um nach seinen Schützlingen zu sehen und um neue Stellen zu akquirieren. „Ich verfolge die Geschicke von dolfi 1920 von Anfang an und es macht einfach Spaß zu sehen, wie toll sich das Unternehmen entwickelt und wie gut auch viele meiner ehemaligen Klienten hier Fuß gefasst haben.“ Auf einen früheren Leistungsempfänger ist Langer besonders stolz, der übernimmt demnächst die Leitung der Filiale für Südeuropa in Lissabon.

„Der Arbeitsmarkt Frankfurt ist heiß umkämpft“, erklärt KCA-Vorstand Michael Krumbe und ergänzt: „Als Akteur aus dem Main-Kinzig-Kreis ist es keinesfalls selbstverständlich, hier einen Fuß in die Tür zu bekommen, deshalb unterhalten wir schon seit Jahren eine gut laufendes Vermittlungs-Büro im Frankfurter Osten.“



16.06.2014 - Langenselbolder Sanierungsspezialist baut auf KCA-Arbeitsvermittlung

Wasserschaden im Kinderzimmer: Firmenchef Thorsten Haslauer (zweiter von rechts) mit seinem Team, darunter auch Sven Kemper (zweiter von links); ganz rechts KCA-Arbeitsvermittler Norbert Hinkel
Main-Kinzig-Kreis

Schnelle Hilfe bei Brand-und Wasserschäden

Das Kommunale Center für Arbeit (KCA) kümmert sich im Auftrag des Main-Kinzig-Kreises um Langzeitarbeitslose und erbringt Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch. Hinter dieser abstrakten Formulierung verbergen sich Männer und Frauen, die an dieser Stelle einen kleinen Einblick in ihre Lebensgeschichte erlauben:


Feuchte Stellen an der Wand, Fliesen platzen ab, Laminat wellt sich und miefiger Schimmelgeruch weht durchs Zimmer. Keine Frage, Wasser- und Brandschäden sind ein Alptraum. Verzweifelte Haus- und Wohnungsbesitzer wenden sich hilfesuchend an ihre Versicherungen – und die schalten im östlichen Rhein-Main-Gebiet immer häufiger die Firma TH Sanierung aus Langenselbold ein. Firmeninhaber Thorsten Haslauer hat sich 2012 selbstständig gemacht. „Von Null an – ohne Kapital, ohne Förderung“, darauf ist der gelernte Maler und Lackierer stolz.

Sein Spezialbetrieb bietet alle Gewerke an, um Wasser- und Brandschäden zu beheben: Von der Leck-Ortung, über die Schadensbehebung und die anschließende Trocknung bis zur späteren Sanierung. Die Auftragslage war von Beginn an gut und schon bald brauchte Haslauer, der auch Sachverständiger für Schimmelpilzbewertung ist, Verstärkung. Norbert Hinkel, Arbeitsvermittler beim Kommunalen Center für Arbeit (KCA) des Main-Kinzig-Kreises, hatte mit Sven Kemper den gesuchten Allrounder schnell zur Hand. Der ausgebildete Werkzeugmacher und Gas-Wasserinstallateur hat allerdings schwere Zeiten hinter sich: Berufliche und private Rückschläge sowie der Verlust des Führerscheins gipfelten in Arbeitslosigkeit. Haslauer gab dem 44jährigen trotzdem eine Chance und hat es nicht bereut. „Egal auf welcher Baustelle ich ihn einsetze – Sven kann alles“, lobt Haslauer und Arbeitsvermittler Hinkel ergänzt: „Herr Kemper hat seine persönliche Krise gemeistert und steht jetzt wieder mit beiden Beinen im Leben. Sein Beispiel kann vielen Arbeitslosen Mut machen, die es auch aus der Bahn geworfen hat.“

Haslauer und Hinkel setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort. So gehört bereits ein weiterer ehemaliger Leistungsempfänger zum Team von TH Sanierung – und aktuell durchforstet Hinkel seinen Bestand nach weiteren geeigneten Bewerbern.

„Vergangenheit und Hintergrund meiner Mitarbeiter sind für mich zweitrangig. Mir ist es wichtig, dass jemand arbeiten will und sich reinhängt“ hält der Firmenchef fest und bringt seine Philosophie auf den Punkt: „Es kommt nicht darauf an, wo Du herkommst, sondern wo Du hingehst!“ So hatte Haslauers dritter Mitarbeiter aufgrund seines Migrationshintergrundes anfänglich Verständigungsschwierigkeiten, überzeugte aber mit guter Leistung und Arbeitsbereitschaft.

„Das Vertrauen von Arbeitgebern in unsere Erfahrung ist unser wichtigstes Kapital“, betont KCA-Vorstand Michael Krumbe. „Nur auf der Basis überzeugen wir Unternehmen davon, auch vor Bewerbern mit vordergründig schwierigen Lebensläufen nicht zurückzuschrecken“, so der Jobcenter-Leiter.




28.05.2014 - Rekordverdächtig schnelle Vermittlung

Das Bürgerhaus in Nidderau Ostheim gehört zum Revier von Firmeninhaber Gunter Lorenz (mitte), links neben ihm Michael Barthmann sowie KCA-Arbeitsvermittler Christian Uebach (äußerst rechts)

Main-Kinzig-Kreis

Hausmeisterservice aus Nidderau deckt akuten Personalbedarf dank KCA

Das Kommunale Center für Arbeit (KCA) kümmert sich im Auftrag des Main-Kinzig-Kreises um Langzeitarbeitslose und erbringt Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch. Hinter dieser abstrakten Formulierung verbergen sich Männer und Frauen, die an dieser Stelle einen kleinen Einblick in ihre Lebensgeschichte erlauben:

Zeit ist Geld! Diese einfache Wahrheit unterschreibt jeder Selbstständige und Kleinunternehmer. Als Gunther Lorenz für seinen Hausmeisterservice kurzfristig Verstärkung brauchte, vergingen zwischen seinem Anruf beim Kommunalen Center für Arbeit (KCA) bis zur Vertragsunterschrift mit seinem neuen Mitarbeiter Michael Barthmann keine drei Stunden. KCA-Arbeitsvermittler Christian Uebach freut sich: „Wir versuchen immer eine schnelle Lösung zu finden, aber das war wirklich Rekordgeschwindigkeit.“ Auch Lorenz, der in Nidderau und Umgebung viele öffentliche und private Immobilien betreut, zeigt sich zufrieden: „Die Auftragsbücher waren voll, mein kleines Team arbeitete absolut am Anschlag und dann kam noch ein unerwarteter Ausfall – da war wirklich Not am Mann!“ Der zügige Vermittlungs-Erfolg ist natürlich auch Michael Barthmann zu verdanken. Der 51jährige war 30 Jahre als KFZ-Mechaniker bei einem großen deutschen Automobil-Hersteller beschäftigt. Als seine Abteilung verlegt wurde, begann für den Hanauer eine jahrelange Odyssee durch verschiedene Behörden und Krankenkassen, bis er nach einer Qualifizierung zum Haustechniker Ende 2013 schließlich zum KCA gelangte. „Nicht arbeiten zu können, hat mich fertig gemacht. Ich habe mich privat immer mehr zurückgezogen, hatte Konflikte in der Familie und verlor die Freude am Leben“, schildert Barthmann offen sein Schicksal. Als er den Bewerbungsvorschlag des KCA erhielt, zögerte er keine Sekunde und machte sich mit seinen Unterlagen sofort auf den Weg nach Nidderau.Für den gelernten Elektriker Lorenz hat es gleich gepasst: „Zeugnisse interessieren mich nicht. Ich habe mir Michaels Hände angesehen – und da war mir klar, der kann arbeiten.“Auch aus Barthmanns Sicht ist der Job ein Volltreffer: „Ich schäme mich nicht dafür, dass ich an dem Abend vor Freude geweint habe – das war mein ganz persönlicher Sechser im Lotto!“

Bei so viel Zufriedenheit steht auch KCA-Vorstand Michael Krumbe nicht hinten an und wirbt für sein Haus: „Wir verstehen uns als Partner für alle Arbeitgeber in der Region und wie der vorliegende Fall belegt, streben wir immer danach, für jede Anfrage zügig den passenden Vorschlag anzubieten.“



28.05.2014 - Platz zum Leben und zum Arbeiten

(v.l.): Udo Gunkel, Karoline Feder (KCA), Georg Bechtold und Otto Koller (KCA) vor dem selbst entworfenen Architekturbüro

Main-Kinzig-Kreis

Gelnhäuser Architekt stellt tauben Bauzeichner ein

Das Kommunale Center für Arbeit (KCA) kümmert sich im Auftrag des Main-Kinzig-Kreises um Langzeitarbeitslose und erbringt Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch. Hinter dieser abstrakten Formulierung verbergen sich Männer und Frauen, die an dieser Stelle einen kleinen Einblick in ihre Lebensgeschichte erlauben:

Wenn es im Bürobetrieb des Architekturbüros Bechtold in Gelnhausen-Roth gelegentlich hektisch zur Sache geht, stört Udo Gunkel das nicht. Egal ob das Telefon ohne Unterlass schrillt, die Kollegen lauthals über Baupläne diskutieren oder der Büro-Hund sein Revier verteidigt – der 54jährige Bauzeichner bleibt davon unberührt, denn er ist von Geburt an taub. Doch von seiner Behinderung hat sich der Hanauer nicht abhalten lassen, nach Schule und Ausbildung beruflich seinen Weg zu gehen. Über dreißig Jahre ist er angestellt, bis er 2012 in die Arbeitslosigkeit gerät. Ihn in eine neue Stelle zu vermitteln war für Otto Koller, Arbeitsvermittler beim Kommunalen Center für Arbeit (KCA), keine ganz leichte Aufgabe, aber die 2013 neu gegründete Fachstelle des KCA für Rehabilitation und Berufliche Teilhabe konnte Gunkel optimal betreuen. Um sich mit ihm verständigen zu können, griff KCA-Fachfrau Karoline Feder dabei auch auf die Dienste eines Gebärdendolmetschers zurück.

Währenddessen fand Koller in Georg Bechtold einen aufgeschlossenen Arbeitgeber, der gegenüber Gunkels Einschränkung keine Bedenken zeigte. Der Architekt hatte bereits früher Bewerbern des KCA eine Chance gegeben. Sein inhabergeführtes Architekturbüro betreut seit 1995 private und gewerbliche Bauherren. Ein wichtiges Standbein sind energetische Fertighäuser verschiedener deutscher Hersteller. Zukünftige Hausbesitzer können dabei mittels einer Software ihr Traumhaus am Monitor zusammenstellen. Gunkels Aufgabe ist es dann, daraus Baupläne zu generieren. „Die Kommunikation klappt gut“, erklärt Bechtold: „Udo kann von den Lippen lesen und im Zweifelsfall läuft die Abstimmung per E-Mail.“

„Dass Herr Gunkel trotz seiner massiven gesundheitlichen Einschränkung aktiv am Erwerbsleben teilnimmt, nötigt uns großen Respekt ab“, meint KCA-Vorstand Michael Krumbe und ergänzt: „Ich freue mich sehr, dass wir ihn bei seinem Weg unterstützen konnten.“ Krumbes Dank gilt auch der Firma Bechtold, die er für den Hessischen Landespreis für die beispielhafte Beschäftigung und Integration schwerbehinderter Menschen vorgeschlagen hat. „Ich drücke Herrn Bechtold die Daumen – der Preis wäre mehr als verdient“, so Krumbe.

Das Unternehmensmotto des Architekten lautet „Platz zum Leben“. Udo Gunkel hat bei ihm auch einen Platz zum Arbeiten gefunden.



28.05.2014 - Antrieb für mehr Leistung

Firmenchef Edwin Pechstein (zweiter v.l.) prüft den Ladezustand einer Traktionsbatterie. Neben ihm (v.l.): KCA-Arbeitsvermittlerin Britta Schröder, Sabrina Strott, Joachim Müller und KCA-Arbeitsvermittler Otto Koller

Main-Kinzig-Kreis

KCA vermittelt Fachkräfte an Batterie-Spezialisten nach Bad Soden

Das Kommunale Center für Arbeit (KCA) kümmert sich im Auftrag des Main-Kinzig-Kreises um Langzeitarbeitslose und erbringt Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch. Hinter dieser abstrakten Formulierung verbergen sich Männer und Frauen, die an dieser Stelle einen kleinen Einblick in ihre Lebensgeschichte erlauben:

Haben Sie schon einmal einen Gabelstapler an der Tankstelle gesehen? Natürlich nicht! Flurförderzeuge werden mit Hilfe von modernen Traktionsbatterien angetrieben. Die gibt es nicht im Baumarkt sondern bei Spezial-Anbietern wie Frabat. Die Firma aus Bad Soden liefert im Rhein-Main Gebiet, Großraum Hessen sowie über die Grenze hinaus an Unternehmen, die eine große Flurförderzeug-Flotte unterhalten. Zum Kundenkreis zählen auch namenhafte Logistikpartner und Großunternehmen. „Wir bieten Produkte und Dienstleistungen rund um die Batterie an: Von der Montage und Wartung über die Lagerung bis zum Recycling“, erklärt Geschäftsführer Edwin Pechstein. Als der Unternehmer 2012 Frabat aus der Taufe hob, wandte er sich bei der Suche nach Fachkräften für Lager und Innendienst an die Arbeitsvermittler des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA). Britta Schröder und Otto Koller schlugen ihm anhand seiner Kriterien geeignete Bewerber vor.

Als Lager- und Werkstattmitarbeiter setzte sich Joachim Müller durch. Der 55jährige Speditionskaufmann aus Schlüchtern ist vom Fach und hat sich bei Frabat schnell eingelebt. „Mit einem Staplerschein und einem Englischkurs konnten wir das Profil von Herrn Müller abrunden“, erläutert Arbeitsvermittler Koller. „Ich schätze am Kollegen Müller, dass er zuverlässig und gewissenhaft arbeitet und wenn er kurzfristig einspringen muss, ist er immer zur Stelle“ lobt Pechstein seinen Mitarbeiter.

Im Innendienst führte kein Weg an Sabrina Strott vorbei. Die Bürokauffrau hatte ihre Ausbildung in einem Autohaus absolviert und konnte ihren Chef nach einem kurzen Gespräch davon überzeugen, dass sie auch einem technisch anspruchsvollen Umfeld gewachsen ist. Ihr Aufgabengebiet bearbeitet sie sehr gewissenhaft. „Das ist bei uns sehr wichtig, weil jeder Fehler, jede Ungenauigkeit extrem teuer wird“, betont Batterie-Spezialist Pechstein. Inzwischen setzt sich die 26jährige aus Schlüchtern auch gegenüber ihren männlichen Kollegen durch. „Wenn ich geschäftlich außer Haus bin, kann ich mich zu hundert Prozent auf meine Mitarbeiterin verlassen“ freut sich der Chef.

Auch seine beiden Mitarbeiter sind zufrieden: „Man muss morgens mit Lust und Laune zur Arbeit gehen – das ist das Wichtigste“, so Müller und Strott pflichtet ihm bei: „Wir sind von der Stunde Null an bei Frabat dabei und haben die Firma mit aufgebaut – dass schafft eine starke Identifikation!“

„Frau Strott und Herr Müller repräsentieren zwei wichtige Zielgruppen für unsere Vermittlungsarbeit – nämlich die der Unter-25jährigen und die der Über-50jährigen“ legt KCA-Vorstand Michael Krumbe abschließend dar und ergänzt: „Beide Gruppen sind überdurchschnittlich häufig von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht, obwohl sie oft großes Potential für den Arbeitsmarkt bieten, wie dieses Beispiel belegt!“



Erfolgsgeschichte: "Aufgeben gilt nicht"


Katja Spielmann

Landkreis Marburg-Biedenkopf

Katja Spielmann wird durch Eigeninitiative und Unterstützung des KreisJobCenters Teammanagerin der Fußball-Bundesligadamen des 1. FC Saarbrücken

Marburg-Biedenkopf - "Meine Geschichte sollte ein Anreiz für Andere sein, niemals aufzugeben", erzählt Katja Spielmann. Nach dem Abschluss ihrers Studiums zur Ethnologin im Jahr 2009 erhielt sie viele Absagen auf Bewerbungen und war schon recht frustriert: "Ich weiß gar nicht mehr genau, wie viele Bewerbungen ich geschrieben habe. Entweder kamen Absagen oder auch gar nichts".

Die gebürtige Viersenerin, die während ihres Studiums die Fußballabteilung des Vereins Sportfreunde Blau-Geld Marburg kennenlernte und sich dort seit ihrer Verletzung im letzten Jahr um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie das Veranstaltungswesen kümmerte, gab aber nicht auf. Eine der vielen Bewerbungen führte dann tatsächlich zu einem Hoffnungsschimmer. "Als mich der 1. FC Saarbrücken auf meine Initiativ-Bewerbung kontaktierte, konnte ich es zunächst kaum glauben. Nach den vielen Absagen denkst du manchmal schon, dass dich keiner haben will", verdeutlichte Katja Spielmann.

Ein vierwöchiges Praktikum beim 1. FC Saarbrücken brachte für sie dann die Gewissheit, dass dies der Bereich ist, in dem sie sich beruflich verorten will. Das KreisJobCenter finanzierte ihr das Praktikum mit Erstattung der Fahrt- und der Wohnungskosten. Leider führt das Praktikum noch nicht zur erhofften Einstellung. Die Inhaberin der Vereinsmanager C-Lizenz steckte aber den Kopf nicht in den Sand und qualifizierte sich weiter. Da sie wusste, dass in einer solchen Tätigkeit ihre Zukunft liegen wird und der Kontakt zum 1. FC Saarbrücken noch immer bestand, absolvierte sie mit finanzieller Unterstützung des KreisJobCenters den Lehrgang für die Vereinsmanager-B-Lizenz beim Fußballverband Niederrhein in der Sportschule Duisburg-Wedau.

"Ich bin sehr froh darüber und dankbar dafür, dass mich das KreisJobCenter bei der Verfolgung meines Zieles unterstützt hat. Damit hatte ich eigentlich gar nicht gerechnet", so Spielmann. Im August kam dann der erneute Anruf des Geschäftsführers des 1. FC Saarbrücken, Thomas Heil. "Dann ging alles ganz schnell. Ich bin noch einmal nach Saarbrücken gefahren und habe mich beim Präsidium vorgestellt. Die wollten mich dann auch gleich haben" berichtete sie glücklich.

Der 1. FC Saarbrücken half ihr dann auch bei der Suche nach einer Wohnung. "Vom KreisJobCenter habe ich auch noch die Umzugskosten finanziert bekommen. Die Zusammenarbeit mit meiner Fallmanagerin war wirklich positiv", resümierte Katja Spielmann. Ihr hat die Aufnahme ihres Traumjobs die Gewissheit gegeben, dass ihr Lebensmotto wieder einmal zugetroffen hat: "Aufgeben gibt`s für mich nicht".

"Aus Sicht des KreisJobCenters ist das ein sehr gelungenes Beispiel, wie man mit Eigeninitiative und Unterstützung unserer Behörde sein berufliches Leben selbst in die Hand nehmen kann. Es zeigt auch, dass unsere Förderinstrumente greifen", sagte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern.



Erfolgsgeschichte: Erfolgreich in die Selbstständigkeit

Neue Wege Kreis Bergstraße

Existenzgründung: Nadine Pfleger hat einen Frisör-Salon eröffnet und sucht weitere Mitarbeiter/Gute berufliche Perspektiven

Nadine Pfleger zieht eine positive Bilanz. Die Friseurmeisterin hat den Sprung in die Selbstständigkeit geschafft. "Es war nicht einfach, aber es hat sich gelohnt", so die 26jährige Existenzgründerin, die seit drei Jahren einen eigenen Salon in Einhausen führt. Mit Erfolg: Die erste Auszubildende hat ihre Lehrzeit bereits abgeschlossen, jetzt ist die Geschäftsfrau auf der Suche nach einem weiteren Mitarbeiter für ihr junges Team.

Nadine Pfleger weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig eine fachkundige Beratung ist. Nur durch eine kompetente Begleitung können die Risiken, die jede Existenzgründung mit sich bringt, deutlich verringert werden, damit der Schritt in die berufliche Selbstständigkeit ein realistisches und überschaubares Ziel bleibt. Für sie war die Existenzgründungsberatung über den Eigenbetrieb Neue Wege eine elementare Entscheidungshilfe, um den Rahmen ihrer Geschäftsidee abzustecken und Informationsdefizite beheben zu können - nach wie vor die zweithäufigste Ursache für das frühzeitige Scheitern junger Unternehmen.

Über das Heppenheimer Jobcenter wurde Nadine Pfleger eine fachkundige Beratung vermittelt. Die Experten verfügen über vielfältige Kontakte zu Betrieben, Kammern und Verbänden und kennen die aktuellen Veränderungen in Berufsbildern, Branchen und Betrieben. Für die Friseurmeisterin eine wichtige Begleitung bei der komplexten Planungsarbeit im Vorfeld der Geschäftseröffnung. Denn jeder Gründer startet aus einer individuellen Ausgangsposition: Finanzielles Potential, Qualifikation, Alter und persönliches Umfeld sind wesentliche Faktoren, die beim Neustart unbedingt beachten werden sollten. Im persönlichen Gespräch mit dem Fachberater können verschiedene Fördermöglichkeiten gefunden werden, um die Risiken für den Neugründer kalkulierbar zu machen. Neutrale Spezialisten können Unternehmenskonzepte sachlich beurteilen und individuelle Hilfen anbieten.

"Ich wollte etwas Eigenes beginnen", beschreibt Nadine Pflege ihre persönliche Motivation. Nach ihrer Ausbildung und der Meisterschule hatte sie intensiv über ihre berufliche Zukunft nachgedacht und sich für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden. Noch während sie als arbeitssuchend gemeldet war, hörte sie von einem leer stehenden Friseursalon in Einhausen. Im Dialog mit Neue Wege konnte sie ihre Geschäftsidee weiter entwickeln und die unternehmerischen Ziele exakt formulieren. Auch bei Behördengängen und finanziellen Angelegenheiten wurde die Existenzgründerin dauerhaft begleitet. "Die Eröffnung war ein besonderer Tag für mich", erinnert sich die Friseurin. Der Neustart funktioniert, die Zahl der Kunden wurde langsam größer. Kurz darauf wurde ihr über den Arbeitgeberservice von Neue Wege die erste Auszubildende vermittelt, die heute fest im Salon mitarbeitet.

Jetzt hat Nadine Pfleger das nächste Ziel vor Augen. Noch in diesem Jahr beginnt sie ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Heidelberg, um ihre berufliche Perspektiven weiter zu verbessern. Für die Arbeit im Salon sucht sie eine fest angestellte Friseurin, um das Geschäft am laufen zu halten.



Erfolgsgeschichte: Von der Schwelle zum Abgrund zur Erfolgsstory

Landkreis Darmstadt-Dieburg

"Am Beispiel von Benjamin Krasa zeigt sich, dass besondere Lebensgeschichten auch besondere Maßnahmen erfordern", so Erster Kreisbeigeordneter Klaus Peter Schellhass. "Mit unserem Ausbildungskostenzuschuss ist es uns in der Vergangenheit gelungen, junge Menschen aus einem prekären Milieu auf einen Weg zu bringen, der sie von staatlicher Unterstützung unabhängig macht". Mit dem Ausstieg der Bundesagentur für Arbeit aus der Finanzierung dieser Eingliederungsmaßnahme werde den Trägern ein erfolgreiches arbeitsmarktpolitisches Instrument genommen.

Dass die Geschichte von Benjamin Krasa ein gutes Ende nehmen würde, hätte vor ein paar Jahren noch niemand geglaubt.

Benjamin Krasa kam gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin aus dem schwäbischen Raum nach Groß-Umstadt. Das Paar hat sich lange in der Szene der Nichtsesshaften bewegt, in Groß-Umstadt fanden sie mal hier mal dort Unterschlupf. Als auch das nicht mehr funktionierte, bot ein altes Auto Benjamin Krasa und seiner Freundin ein Dach über den Kopf. Hier eskalierte das fragile Lebenskonzept der beiden jungen Menschen komplett und brachte letztlich die Wendung, die Benjamin Krasa auf den Weg zu seinem jetzigen Leben verhalf.

Die gesundheitliche Situation der Partnerin von Benjamin Krasa verschärfte sich drastisch. Für Benjamin Krasa galt es, Verantwortung zu übernehmen und Hilfe zu suchen. Er wandte sich an die Kreisagentur für Beschäftigung und erreichte nach ein paar Anläufen, dass das Paar Unterstützung nach Hartz IV erhielt und vorläufig in einer Obdachlosenunterkunft wohnen konnte. Damit verbunden war auch die Anmeldung zu den Sozialversicherungen, was wiederum eine medizinische Versorgung ermöglichte. "Benjamin Krasa war sehr entschieden, sein Leben zu ändern", berichtet Rosemarie Lück, Leiterin der Kreisagentur für Beschäftigung. Unter Mitwirkung von Benjamin Krasa erarbeitete ein Fallmanager der Kreisagentur für Beschäftigung einen Plan, in dem Maßnahmen und Ziele festgehalten wurden. Ab August 2006 nahm Benjamin Krasa zuverlässig an einer so genannten "qualifizierenden gemeinnützigen zusätzlichen Arbeit" als Ein-Euro-Jobber beim Wurzelwerk in Groß-Umstadt teil. Er bewährte sich auch in einer Eingliederungsmaßnahme.



Die Leiterin der Kreisagentur für Beschäftigung, Rosemarie Lück mit Referent Markus Keller vom Deutschen Landkreistag

Parallel hat Benjamin Krasa einen Praktikumsplatz beim Autohaus Siebert in Groß-Umsadt erhalten. Unternehmer Werner Siebert war so zufrieden mit dem 21-jährigen, dass er ihm direkt eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum KfZ-Mechatroniker anbot. Um jedoch das mit der Lebensgeschichte von Benjamin Krasa verbundene Risiko zu teilen, war für Siebert die Voraussetzung, dass er einen Ausbildungskostenzuschuss erhält. Als der Ausbildungsvertrag vor der Unterzeichnung stand, erhielt die Kreisagentur für Beschäftigung aus Berlin die Information, dass die Ausbildungskostenzuschüsse zwar "arbeitsmarktpolitisch sinnvoll, aber rechtswidrig seien". Faktisch konnten im Landkreis damit keine dieser Zuschüsse mehr durch Bundesmittel finanziert werden.

Rosemarie Lück sah das Ausbildungsverhältnis schon davon schwimmen, denn auf die Schnelle eine Ersatzfinanzierung, etwa über Landesmittel zu erreichen, dafür war die Zeit zu knapp. Sie setzte sich direkt mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Schellhaas in Verbindung, schildert ihm den Fall und erhielt von ihm - bestätigt durch die Betriebskommission der Kreisagentur - die Zusage, dass der Landkreis in diesem speziellen Fall einspringen würde. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg beteiligt sich nun mit 300 Euro monatlich für drei Jahre an der Ausbildungsvergütung von Benjamin Krasa, zusätzlich wird ihm ein Führerschein als Teildarlehen finanziert, den er für den Beruf als KfZ-Mechatroniker unbedingt braucht.

"Der große Einsatz und die Entschiedenheit, mit der Benjamin Krasa das Ruder in die Hand genommen hat, hat uns überzeugt", so Schellhaas. Den Ausschlag habe auch gegeben, dass die Verhandlungen für den Ausbildungsvertrag schon so weit fortgeschritten waren. In drei ähnlichen Fällen hat der Landkreis die Finanzierung der Ausbildungskostenzuschüsse ebenfalls übernommen. In Richtung Berlin appelliert Schellhaas, den Erfolg und die gesellschaftliche Relevanz solcher Lebensgeschichten, wie die von Benjamin Krasa nicht zu ignorieren und die Kriterien für die Finanzierung von Eingliederungsmaßnahmen nochmals zu überdenken.



"Wir brauchen Talentförderung vor Ort und keinen Bundestrainingsplan!"


"Wir brauchen Talentförderung vor Ort und keinen Bundestrainingsplan!"

Hessischer Landkreistag

Durch die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierte Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente wurden die im SGB III festgelegten Eingliederungsleistungen auf den Kundenkreis des SGB II übertragen. Die Neuausrichtung ist zum 01. Januar 2009 in Kraft getreten. Die für Kurzzeitarbeitslose entwickelten Maßnahmen mit ihren Detailregelungen und Einschränkungen sollen auch für die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Frauen und Männer gelten. Gerade dieser Personenkreis mit oftmals multiplen Vermittlungshemmnissen ist aber auf schnelle und flexible Fördermaßnahmen angewiesen. Die Beibehaltung des im Zuge der Neuausrichtung ersatzlos gestrichenen § 16 Absatz 2 Satz 1 SGB II oder alternativ die Einführung einer wirklichen "Freien Förderung" wäre für einen vollständigen Erhalt der Gestaltungsfreiheit der Eingliederungsleistungen unbedingt erforderlich gewesen.

Ob die neu eingeführten Regelungen des "Vermittlungsbudget", der "Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung" und der "Freien Förderung" die entstandene Lücke schließen können wird die Zukunft zeigen. Das Vermittlungsbudget und die Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung wurden in den §§ 45 bzw. 46 SGB III verankert. Die sogenannte "Freie Förderung" erhielt ihre rechtliche Grundlage in § 16f SGB II. Allerdings kann aufgrund der vielen im Gesetzestext vorgenommenen Einschränkungen tatsächlich nicht von einer "Freien Förderung" gesprochen werden. In der Praxis wird sich in den nächsten Jahren zeigen, ob die entstandene Lücke durch die drei neu eingeführten Instrumente einigermaßen geschlossen werden kann.

Zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente wurden in der Vergangenheit von vielen Verbänden und Trägern diverse teilweise sehr umfangreiche Ausarbeitungen vorgelegt. Von einer Unterarbeitsgruppe des hessischen Arbeitskreises Option wurde unter Koordination der HLT-Geschäftsstelle daher ein Flyer entwickelt, welcher der schnellen Information dienen soll und einen kurzen Überblick zu der Thematik ermöglicht.

Hinweis: Der Flyer "Wir brauchen Talentförderung vor Ort und keinen Bundestrainingsplan!" kann auf dieser Seite heruntergeladen werden.



Unser Erfolg hat Bestand: Das zweite Mutmachbuch


Der Main-Kinzig-Kreis hat ein zweites Mutmachbuch veröffentlicht.

Main-Kinzig-Kreis

Die positive Resonanz und die große Nachfrage zum ersten Mutmachbuch haben den Main-Kinzig-Kreis zu einem weiteren Schritt angespornt: In einem zweiten Band wurden erneut sehr persönliche Berichte zusammengestellt. Wieder erzählen Menschen, wie es ihnen gelang, im ersten Arbeitsmarkt eine neue Stelle zu finden.

Dieser zweite Band enthält eine Vielzahl neuer Vermittlungsgeschichten, eine Vielzahl von Einzelschicksalen, eine Vielzahl erfüllter Hoffnungen. Jeder einzelne Bericht ist erneut Grund und Ansporn, im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit nicht nachzulassen und sich weiterhin mit ganzer Kraft für Vermittlungserfolge einzusetzen.

Dass es dabei kaum Patentlösungen gibt, sondern eine sehr individuelle Förderung nötig ist, zeigt das zweite Mutmachbuch. Auch lässt sich nachvollziehen, was die Männer und Frauen durch eigenes Engagement erreichen können. Möge dieses Buch viellicht auch anderen langzeitarbeitslosen Menschen Mut machen.



Gestaltungsfreiheit für die Eingliederungsleistungen

Hessischer Landkreistag

Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente gefährdet die flexible Förderung von Langzeitarbeitslosen

Neben der Diskussion über die Neuorganisation der Trägerschaft ist die Auseinandersetzung über die Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente gegenwärtig das zweite beherrschende Thema im Bereich des SGB II. Dabei sind beide Themenkomplexe untrennbar miteinander verknüpft. Zur Weiterentwicklung der Grundsicherung und zur Erprobung alternativer Modelle zur Eingliederung Langzeitarbeitsloser (Optionsmodell) ist eine Gestaltungsfreiheit für die Eingliederungsleistungen unerlässlich.

Das Präsidium des Hessischen Landkreistages hat sich daher bereits in seiner Sitzung vom 20. Februar 2008 für eine Gestaltungsfreiheit ausgesprochen. Von der Problematik sind sämtliche SGB II-Träger betroffen und zwar unabhängig davon, ob sie als Optionskommune oder Arbeitsgemeinschaft organisiert sind.



05.04.2017
Odenwaldkreis: Kommunales Job-Center des Odenwaldkreises und der Arbeitgeber- und Personalservice der InA gGmbH zu Gast in der AHG Klinik im Odenwald in Breuberg-Sandbach


21.03.2017
Odenwaldkreis: Erster Durchgang der Maßnahme „Migrantinnen-Coaching“ erfolgreich beendet


23.02.2017
Odenwaldkreis: Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ für sehr arbeitsmarktferne Personen startet beim Kommunalen Job-Center des Odenwaldkreises


25.01.2017
Odenwaldkreis: Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz werden im Odenwaldkreis gut angenommen


24.01.2017
Odenwaldkreis: Große Nachfrage nach engagiertem und serviceorientiertem Personal